Erstellt am 13. Januar 2017, 15:08

von APA Red

Unfall mit Flüchtlingstransporter: Prozess am Montag. Wegen Schlepperei muss sich ein 40-Jähriger am Montag in St. Pölten vor einem Schöffensenat verantworten.

Auf der Westautobahn (A1) bei Amstetten ist am Freitag, 21. August 2015, ein mit Flüchtlingen besetzter Transporter verunglückt. Im Bild: Die Unfallstelle.   |  APA/Fotokerschi.at/Feuerwehr St. Georgen am Ybbsfelde, APA/Fotokerschi.at/Feuerwehr St. Georgen am Ybbsfelde

Der pakistanische Staatsbürger soll u.a. in der Nacht auf den 21. August 2015 einen Transporter mit 36 Flüchtlingen gelenkt haben, der auf der Fahrt nach Deutschland auf der Westautobahn (A1) im Bezirk Amstetten verunglückte. Bei dem Unfall gab es zwölf Schwerverletzte, der Lenker flüchtete.

In Spanien gefasst

Der 40-Jährige wurde nach monatelangen Ermittlungen in Spanien gefasst und im Oktober 2016 nach Österreich ausgeliefert. Er befindet sich in Untersuchungshaft, bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Aufgrund eines Reifenplatzers war der von einem Begleitfahrzeug eskortierte Kleinlastwagen mit spanischem Kennzeichen am 21. August 2015 gegen die Betonmittelwand geschleudert und umgekippt.

Die 36 Flüchtlinge aus dem Irak, Pakistan und dem Iran waren laut Anklage zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als sechs Stunden im von außen verschlossenen Laderaum ohne Luftzufuhr und ohne Sitzmöglichkeit unterwegs. 24 Insassen wurden nach Polizeiangaben verletzt, zwölf davon schwer.

Flüchtlinge stürzten auf Fahrbahn

Beim Verkehrsunfall öffneten sich die hinteren Türen des Laderaums, mehrere Flüchtlinge stürzten auf die Fahrbahn. Nach dem Unfall war ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz, die Verletzten wurden u.a. mit dem Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Die A1 war mehrere Stunden lang gesperrt.

Der 40-Jährige versuchte laut früheren Angaben des Innenministeriums, seine Tatbeteiligung durch eine fingierte Diebstahlsanzeige zu verschleiern. Der Mann soll als Mitglied einer kriminellen Vereinigung agiert haben, die von 2015 bis April 2016 mehrere hundert Schleppungen von Ungarn über Österreich nach Deutschland und Italien durchführte.