Abbruchverfahren fast beendet. FRITZL-HAUS / Am städtischen Bauamt wartet man nun nur noch auf ein Gespräch mit dem Masseverwalter und der Baufirma, um die genaue Vorgangsweise zu klären.

Erstellt am 14. Juni 2011 (00:00)
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VON HERMANN KNAPP

AMSTETTEN / „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Baudirektor DI Manfred Heigl und meint damit, dass das Verfahren für den Abriss des Fritzl-hauses so gut wie abgeschlossen ist. „Der Ball ist jetzt beim Masseverwalter. Wir warten auf ein gemeinsames Gespräch, bei dem auch schon die Baufirma dabei sein sollte, die den Abbruch macht. Es geht dabei darum, die Vorgangsweise festzulegen. Sichergestellt werden muss natürlich, dass an den Objekten ringsum kein Schaden entsteht“, betont Heigl.

Die unmittelbaren Anrainer haben natürlich ein Einspruchsrecht gegen den Abbruchbescheid.

Masseverwalter Dr. Walter Anzböck aus Tulln hat in der Vorwoche gegenüber Medien angedeutet, dass er sich auch eine Verfüllung des Kellers vorstellen könnte. Dann würde das Haus erhalten bleiben. Im städtischen Bauamt weiß man davon nichts. „Wir haben auch kein entsprechendes Ansuchen auf Änderung des Abbruchsantrages auf dem Tisch. Ich persönlich glaube, dass da eine Aussage des Masseverwalters einfach falsch interpretiert wurde.“

Auf Anfrage beim Büro Anzböck hieß es dort nur, dass es in der Causa Fritzl-Haus keine Neuigkeiten gäbe. Denkbar ist aber, dass der Masseverwalter nach Alternativen zum Abbruch sucht, weil dieser natürlich teuer werden dürfte. Schließlich muss die Baustelle ja gegen Paparazzi und mögliche „Souvenir“-Jäger gesichert werden und das ist nicht automatisch Aufgabe der Polizei. Da werden also zusätzliche hohe Kosten anfallen.

Die Stadtpolitik ist auf jeden Fall für einen Abbruch des Fritzl-Hauses. „Weg damit!“, sagt SP-Fraktionschef Ing. Anton Katzengruber. „Eine leere Bauparzelle lässt sich sicher auch leichter vermarkten.