Bezirk Amstetten: Mehr Müll, besser getrennt. Das Müllaufkommen stieg 2020 deutlich an. Positiv entwickelt sich allerdings die Recyclingquote.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. April 2021 (04:41)
gda-Obmann Anton Kasser (Mitte) und seine Stellvertreter Karl Huber und Manuela Zebenholzer ziehen zufrieden Bilanz. Anmerkung: Die Aufnahme entstand vor der Coronavirus-Pandemie.
und Grafik: gda, und Grafik: gda

Eine umfangreiche Bilanz über die Abfallwirtschaft im Jahr 2021 präsentierte der Gemeinde Dienstleistungsverband Region Amstetten für Umweltschutz und Abgaben (gda). Im Rahmen eines Skype-Pressegesprächs blickte Obmann Anton Kasser dabei auf die internationalen Entwicklungen.

Der Blick nach Amerika zeige, dass das Thema Klimaschutz durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden wieder an Bedeutung gewinne. Auf die Klimaänderungen will man in der EU mit einem europäischen Green Deal reagieren. „Das bedeutet zum Beispiel die Abschaffung fossiler Energieträger, sprich Heizungen mit Erdöl, bis 2040. Natürlich muss das alles für die Bürger leistbar bleiben. Das heißt, es stehen die Hersteller in der Verantwortung“, erklärt Kasser. Großes Thema seien auch Biodiversität und Regionalität.

NOEN

Die Abfallwirtschaft im Bezirk Amstetten wurde im vergangenen Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie massiv gefordert. Gerade zu Beginn gab es viele offene Fragen. Ob etwa die Infrastruktur aufrecht erhalten werden kann oder es zu Ausfällen kommt. Zwischenzeitlich wurden auch die Altstoffsammelzentren (ASZ) geschlossen und im Mai dann wieder geöffnet. „Da ist es dann zu einem richtigen Ansturm gekommen. Wir haben mit Zugangskontrollen und Wachpersonal reagiert“, erinnert sich Kasser zurück.

Summa summarum könne man nun jedoch – mehr als ein Jahr später — zufrieden Bilanz ziehen. „Wir haben die Krise, was die Abfallwirtschaft angeht, bravourös gemeistert. Es hat keine spürbaren Auswirkungen für die Bürger gegeben“, bilanziert Kasser. Da die Abfallwirtschaft als systemrelevant eingestuft wurde, ist es zudem zu keinen weiteren Sperren der ASZ gekommen.

Spürbar sei die Krise allerdings dennoch: Sie hat zu einem höheren Müllaufkommen geführt. „Es gibt zum Beispiel einen Anstieg bei den Kartonagen. Das führen wir auf den Zuwachs beim Online-Handel zurück. Außerdem stieg auch der Grün- und Strauchschnitt, der Biomüll oder der Eisenschrott zum Teil deutlich an“, sagt Kasser. Die positive Nachricht: Die Recycling-Quote stieg von 70 auf 72,06 Prozent an. Das bedeutet, dass die Mülltrennung funktioniert.

Fünf Großprojekte für die Abfallwirtschaft

Kassers Stellvertreterin Manuela Zebenholzer informierte über fünf Großprojekte, die derzeit im Fokus des gda stehen.

EXPOgda. Mit dieser Ausstellung gibt der gda Tipps, wie Müll richtig getrennt wird. „Wir wollen dem Plastik an den Kragen. Ich glaube auch, dass am Plastikpfand kein Weg vorbeiführen wird“, unterstreicht Zebenholzer. Mit der EXPOgda, die gebucht werden kann und dann vier Wochen vor Ort bleibt, kann auch ein richtiger Umgang mit Müll und Plastik vermittelt werden.

plastiklos-App. In die kostenlose App können Bürger, die plastiklose Produkte gefunden haben, diese „einspeichern“ und so die weiteren App-Nutzer darüber informieren. „Außerdem gibt es zusätzliche Features wie Klimatipps und Mülltermine“, verrät Zebenholzer.

Willkommen Daham“-Sackal. Mit dieser Initiative werden neu zugezogene Bürger mit den wesentlichen Infos rund ums Müllsammeln und Mülltipps versorgt.

Gestaltung Recycling-Platzl. Seit 2018 gibt es im Bezirk 397 Recycling-Platzl. Diese werden nun – bei Bedarf – auf Vordermann gebracht. „Unser Ziel ist es, die Plätze wieder ansprechender zu machen und dafür zu sorgen, dass die Bürger gerne hingehen. Dafür erheben wir als erstes den Zustand“, sagt Manuela Zebenholzer.

Frühjahrsputz . Zuletzt verweist die gda-Obmann-Stellvertreterin auf die bewährte Frühjahrsputzaktion. Diese sieht heuer Corona-bedingt anders aus. Statt in größeren Gruppen können sich interessierte Teilnehmer Handschuhe und Müllsäcke bei der Gemeinde abholen. „Leider ist manchmal das Bewusstsein nicht vorhanden, daher sind wir stolz, dass so viele mitmachen. So können wir eine saubere Umwelt gewährleisten“, ist Zebenholzer sicher.

Karl Huber, ebenfalls Stellvertreter von Anton Kasser, klärte zuletzt über die Müllgebühr auf. So sei es das Ziel und Vorgabe des Landes und Bundes, nicht gewinnorientiert, sondern kostendeckend zu arbeiten. Hinter der Müllgebühr stehen daher die Abholungen, die Behälter, das Recyceln, die verschiedenen Müllsorten, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit, App oder die ASZ und vieles mehr. „Nur ein einheitliches Sammel- und Trennsystem gewährleistet einen einheitlichen Beitrag in allen Gemeinden“, führt Huber aus. So sei für einen Betrag von 60 Cent pro Haushalt und Tag (220 Euro/Jahr) im Bezirk Amstetten ein umfangreiches Angebot für die Bevölkerung verfügbar.

Die erklärten Ziele des gda seien es, die Sammel- und Trennquote zu steigern, das nachhaltige Wirtschaften zu fördern sowie die Mülltrennung zu forcieren.