Abrissantrag für Fritzlhaus

Erstellt am 21. Dezember 2010 | 00:00
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SCHLUSSSTRICH / Stadt hat Verfahren eingeleitet. Schon im Frühjahr könnten die Bagger rollen. Ortschef begrüßt Abbruch.
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Das Fritzlhaus von der Ybbsstraße her gesehen: Ein Abbruchverfahren wurde eingeleitet.KOVACS
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VON HERMANN KNAPP

AMSTETTEN / Schon im Frühjahr könnte das Fritzlhaus in der Ybbsstraße dem Erdboden gleichgemacht werden. Masseverwalter Dr. Walter Anzböck hat nun bei der Stadt den Abriss des Gebäudes beantragt. „Wir leiten ein entsprechendes Bewilligungsverfahren ein, das ein paar Monate dauern wird. Natürlich muss vor einem Abriss sichergestellt sein, dass die Liegenschaften der Nachbarn dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagt Baudirektor DI Manfred Heigl. Eine baurechtliche Begutachtung des illegal errichteten Kellers, in dem Josef Fritzl seine Tochter 24 Jahre lang gefangen hielt, erübrigt sich damit.

Bürgermeister Herbert Katzengruber begrüßt den Antrag des Masseverwalters. „Das ist eine erfreuliche Nachricht. Die Stadt wird dem Abbruchsantrag sicher keine Steine in den Weg legen.“

Ob es schon genauere Pläne für eine künftige Nutzung des Areals gibt, war vom Masseverwalter in der Vorwoche nicht zu erfahren: „Wir können derzeit keine näheren Angaben dazu machen“, hieß es aus Anzböcks Büro. Auf alle Fälle soll der Erlös einer späteren Verwertung der Liegenschaft zur Abdeckung der Forderungen der 21 Gläubiger im Konkursverfahren herangezogen werden.

Für den Abriss des Hauses kündigt Anzböck schärfste Sicherheitsvorkehrungen an. Der Opferschutz habe höchste Priorität und es müsse daher sichergestellt werden, dass niemand Fotos vom Kellerverlies machen könne.

Anrainer Bernhard Ertl begrüßt den Abbruch: „Ich persönlich halte es für gut, wenn das Haus verschwindet. Es ist ohnehin schon ein sehr alter Bau.“ Im Sommer konnte der Nachbar gelegentlich Touristen beobachten, die sich vor der Gartentür platziert und Fotos mit dem Gebäude als Hintergrund geschossen haben. „Insgesamt ist es um das Haus aber sehr ruhig geworden. Man sieht auch keine Journalisten mehr.“

Gelassen nimmt Günther Pramreiter von der dem Fritzlanwesen nahe gelegenen Café-Backstube die Abrissankündigung hin. „Das Haus kann nichts dafür. Aber wenn es so ist, dann ist es eben so.“

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