Aderlass bei Bachner

Erstellt am 12. April 2011 | 00:00
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INSOLVENZ I / Martin Bachner muss zwei Firmen in Konkurs schicken. Mit schlankerer Struktur will er neu durchstarten.
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Der Elefant der Bachner-Gruppe muss leiser treten: Zwei Firmen schlitterten in Konkurs. Arbeitnehmer werden aber teilweise in die verbleibenden zwei Unternehmen übernommen.HACKL
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VON STEFAN HACKL

KEMATEN / Der Kematner Unternehmer Martin Bachner muss bei seiner Firmengruppe einen erheblichen Aderlass hinnehmen. Zwei Gesellschaften musste er in der Vorwoche in den Konkurs schicken. 18 Arbeitnehmer sind von der Pleite betroffen. „Durch die Wirtschaftskrise erlitten wir seit Herbst 2008 massive Umsatzeinbrüche. Es waren nicht mehr alle vier Firmen aufrechtzuerhalten“, erklärt Bachner gegenüber der NÖN.

Die beiden verbleibenden Betriebe - die Martin Bachner GmbH im Wirtschaftspark und die Bachner Grundbau GmbH - werden zum Großteil die Mitarbeiter der liquidierten Firmen übernehmen. 60 Beschäftigte zählte der 1918 von Brunnenmeister Martin Bachner in Niederhausleiten gegründete Familienbetrieb zu Zeiten der Hochkonjunktur, aktuell sind es 35.

Öffentliche Hand sparte:  zahlreiche Auftragsstornos

Die Bachner-Gruppe gilt als Österreichs größter privater Brunnenbauer. Großanlagen im ganzen Land gehörten zum Tagesgeschäft, bis der Bund infolge der Wirtschaftskrise auf die Projektbremse stieg. Die Infrastrukturprogramme wurden eingestellt, Baustellen, bei denen Bachner in den Ausschreibungen vorne lag, eingefroren. „Auch die Kommunen steckten zurück. Das spürten wir enorm, da die öffentliche Hand unser Hauptauftraggeber ist.“ Um 50 bis 60 Prozent gingen die Umsätze zurück, ein Schicksal, das Bachner mit anderen Unternehmen aus der Spezialtiefbranche teilt.

Mit schlankerer Firmenstruktur will er nun wieder Oberwasser gewinnen. Das seit Herbst 2010 einsetzende Auftragsplus macht ihn zuversichtlich. Mit dem Produkt „Geothermie“ für Privathaushalte hat das Unternehmen ein Ass im Ärmel: „Das wird sehr gut angenommen.“

Einziges Problem: Wasserrechtsbehörden außerhalb Niederösterreichs lassen sich bei der Bewilligung viel Zeit, darunter leidet die Nachfrage. Bestehende „Geothermie“- und Brunnenbau-Kunden müssen sich indes keine Sorgen machen. Bachner: „Da ändert sich durch den Konkurs gar nichts.“

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