Freilaufende Hunde in Amstetten: Proteste häufen sich. Spaziergänger und Läufer an Ybbs, Mühlbach und Edlapark fühlen sich von freilaufenden Hunden bedroht.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. April 2019 (04:23)
ÖVP
VP-Stadtrat Andreas Gruber und Gemeinderätin Riki Sonnleitner appellieren an die Hundebesitzer, ihre Tiere auch im Edlapark, am Mühlbachweg und am Ybbsuferweg an der Leine zu führen.

Bei Stadtrat Andreas Gruber häufen sich in letzter Zeit die Beschwerden von Bürgern über freilaufende Hunde im Bereich des Mühlbachwegs, des Ybbsuferbegleitwegs sowie im Naherholungsgebiet Edlapark. „Dort lassen Leute ihre Hunde einfach ohne Leine und Beißkorb herumstreifen. Dadurch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen“, sagt der ÖVP-Politiker.

Für Jogger und Spaziergänger sei es natürlich unangenehm, wenn ein Hund auf sie zustürme, und das Herrchen oder das Frauchen weit weg seien. „Niemand, auch der Besitzer nicht, kann in einen Hund hineinschauen und sagen, wann er sich von einem Läufer oder einem Kind, das ihn anfassen will, bedroht fühlt und womöglich zuschnappt, um sich zu verteidigen“, sagt Gruber.

Der VP-Politiker verweist auch auf Beschwerden von Badegästen an der Ybbs aus dem Vorjahr. „Die wollen natürlich auch nicht, das Hunde ohne Aufsicht zwischen ihnen herumstreifen. Und die Saison beginnt ja bald.“

Gemeinderätin Riki Sonnleitner hat selbst einen Hund und ist daher fast täglich an der Ybbs unterwegs. „Da habe ich schon manch brenzligen Vorfall mitverfolgt“, bestätigt die VP-Politikerin die Aussagen ihres Kollegen. Sie sei auch schon öfter gefragt worden, warum die Stadt keine Leinenpflicht in diesem Bereich erlasse.

Die ÖVP würde das sehr begrüßen. Gruber setzt seine Hoffnungen auf einen von Landesrat Gottfried Waldhäusl im Vorjahr veranstalteten Hundegipfel. „Ich gehe davon aus, dass noch heuer in Niederösterreich ein neues Hundehaltegesetz beschlossen wird, das eine Leinen- oder Maulkorbpflicht auch bei Menschenansammlungen bringen wird. Das wird dann auf jeden Fall auch an der Ybbs gelten“, sagt der VP-Politiker. Derzeit werden die Hundebesitzer am Ybbsuferweg ja mit Schildern gebeten, ihre Tiere an der Leine zu führen. Doch längst nicht alle tun das. „Möglicherweise sind die Tafeln auch zu klein. Da werden wir uns noch etwas überlegen“, sagt Gruber.

Verpflichtender Besuch einer Hundeschule

Die Stadtpolizei sei bereits aufgefordert, im Bereich Mühlbachweg, Ybbsuferweg und Edlapark mehr zu kontrollieren.

Gruber verweist indessen auch auf die Freilaufzonen in der Stadt. „Um sie zu schaffen, haben wir einiges Geld investiert, jetzt sollen sie die Leute auch nutzen.“

Für Bürgermeisterin Ursula Puchebner machen weitere Verbote nicht viel Sinn. „Das Problem sind ja nicht die Hunde, sondern eigentlich die Hundeführer, die sich nicht daran halten. Im Grunde ist ja klar geregelt, wo man einen Hund frei laufen lassen darf und wo nicht. Man sollte vonseiten des Gesetzgebers vielleicht darüber nachdenken, einen verpflichtenden Besuch einer Hundeschule vorzuschreiben“, regt sie an. Dort lernen die Welpen ab der zehnten Woche, Befehle zu befolgen und auch wie sie sich verhalten sollen, wenn sie auf andere Hunde treffen. „Am meisten lernen dabei aber die Hundeführer – nämlich den verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Hund“, sagt Puchebner.

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