Seitenstetten: Begehbarer Kalender nicht erlaubt. Nach einer anonymen Anzeige kann die Aktion des Wirtschaftsbundes nicht stattfinden.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 10. Dezember 2020 (06:17)
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Michael Kimeswenger, Tamara Starzer und Christoph Großalber wollten einen Adventkalender für Kinder zur Verfügung stellen, die Behörde untersagte die Aktion jedoch.
privat

Wie in vielen anderen Gemeinden wollte man auch in Seitenstetten ein Zeichen zur Adventzeit setzen. Seitens des Wirtschaftsbundes und der Betriebe war ein begehbarer Adventkalender für die Kinder des Ortes geplant. Doch wurde leider nichts daraus. „Es gab eine anonyme Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten, die uns diese Initiative nun verboten hat“, sagte die geschäftsführende Gemeinderätin Tamara Starzer. Die Begründung dafür ist das generelle Veranstaltungsverbot.

Das bestätigt auch Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer: „So wie sich das Projekt dargestellt hat, widerspricht es der Covid19-Maßnahmenverordnung und ist somit unzulässig. Es hätte zu Zusammenkünften kommen können. Das haben wir auch mit der Wirtschaftskammer und dem Bürgermeister besprochen.“

Der begehbare Adventkalender sollte in einem leerstehenden Geschäftslokal der Wohnbaugenossenschaft Neue Heimat in der Schulgasse stattfinden. „Wir haben seitens des Wirtschaftsbundes das Lokal weihnachtlich dekoriert und ab dem 1. Dezember sollten die Kinder sich dort täglich bis 24. Dezember kleine Geschenke abholen können“, berichtet Starzer. Für Bürgermeister Johann Spreitzer ist das Verbot der Initiative nicht verständlich: „Denn man hätte natürlich sämtliche vorgeschriebenen Covid-Regeln eingehalten.“

Die Kinder hätten sich täglich zwischen 15 und 19 Uhr die Überraschung abholen können. Ein Vertreter des Wirtschaftsbundes hätte dabei immer darauf geachtet, dass sich keinesfalls zu viele Personen vor Ort versammeln. Ortschef Spreitzer kritisiert auch, dass derartige Aktionen in anderen Gemeinden möglich sind und auch durchgeführt werden. „Uns hat man sie aber wegen der anonymen Anzeige verboten.“

Ortschef zeigt kein Verständnis für Absage

Der Wirtschaftsbund in Seitenstetten schaut indessen schon nach vorne. Man dankt allen Betrieben, die sich bereit erklärt haben, beim begehbaren Adventkalender mitzumachen und wird diesen nun im kommenden Jahr veranstalten. Ganz leer gehen die Kinder in Seitenstetten indessen auch heuer nicht aus. „Wir haben mit den Betrieben gesprochen und diese haben sich bereit erklärt, nun eben in ihren Geschäftsräumen kleine Geschenke an die Kleinen zu verteilen“, sagt Starzer.