Ulmerfeld-Hausmening: Zug fuhr ohne Kind ab

Vater Klaus Erlbacher berichtet von Vorfall am Hausmeninger Bahnhof. Seine Tochter sei am Bahnsteig stehen gelassen worden.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 25. August 2021 | 06:01
Zug
Hier, am Bahnhof in Ulmerfeld-Hausmening, dürfte einem zwölfjährigen Mädchen der Zug vornder Nase davon gefahren sein.
 
Foto: Ingrid Vogl

„Unsere Tochter war für ein Feriencamp angemeldet. Hierzu war vereinbart, dass sie dem Zug aus Waidhofen zusteigt und zur Kindergruppe hinzustößt. Weit vor der Ankunftszeit hat sie am Bahnsteig in Hausmening auf den Zug nach Amstetten gewartet“, schildert Klaus Erlbacher verärgert. Wenig später ging die Reise seiner Tochter nicht weiter. Da sich die Gruppe der Schüler im ersten Waggon befand, rief die mitfahrende Betreuerin das junge Mädchen zu sich zum ersten Waggon.

„Der Wagen blieb noch mehrere Sekunden stehen, jegliches Drücken zum Öffnen der Türen blieb genauso erfolglos wie die zuvor erfolgten Versuche der Betreuerin, die Hände hinauszustrecken, um dem Zugführer zu signalisieren, dass er bitte möglichst noch bis zum Einstieg warten möchte“ Klaus Erlbacher

Doch als sie dort ankam, wurden die Türen geschlossen, das Mädchen blieb am Bahnsteig zurück. „Der Wagen blieb noch mehrere Sekunden stehen, jegliches Drücken zum Öffnen der Türen blieb genauso erfolglos wie die zuvor erfolgten Versuche der Betreuerin, die Hände hinauszustrecken, um dem Zugführer zu signalisieren, dass er bitte möglichst noch bis zum Einstieg warten möchte“, berichtet Erlbacher weiter.

Er finde es traurig, dass heute so etwas noch passieren kann. „Einem 12-jährigen Mädchen die Türe vor der Nase zu schließen, vor der Nase davonzufahren, alleine am Bahnhof stehen zu lassen, ist skandalös und schikanös. Es braucht eine gewisse sadistische Veranlagung für solch ein Fehlverhalten, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Wahrnehmung des Zugführers gab.

Oder wo sieht der hin, bevor er abfährt und sicherstellt, dass keine Gefahr in Verzug ist? Was, wenn jemand eingeklemmt sein sollte, der wird dann bis Amstetten mitgeschleift?“, macht Erlbacher seinem Ärger Luft.

Er fordert seitens der ÖBB eine Stellungnahme, Entschuldigung und Wiedergutmachung. „Was ich nicht brauche, sind Ausreden, dass ein Fahrplan einzuhalten wäre. Das ist in diesem Fall, bei dem es sich um wenige Sekunden gehandelt hat, die der Zug ohnehin noch im Bahnhof stand, inakzeptabel.“