Amstettner SPÖ: „Landarztgarantie auch für Fachärzte!“

In Amstetten gibt es offene Kassenstellen für Haut- und Kinderarzt. Bewerber sind derzeit nicht in Sicht.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:04
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Fordern Landarztgarantie auch für Fachärzte: die SPÖ-Politiker Beate Hochstrasser und Gerhard Riegler.
Foto: SPÖ

Seit 1. Oktober gibt es in Amstetten keinen Hautarzt mehr, denn Fritz Gruber ist mit Ende September in den Ruhestand getreten. Kinderarzt Albin Mischkounigg sucht schon seit fast zwei Jahren einen Nachfolger. Insgesamt ist im Facharztbereich ein Trend hin zum Wahlarzt zu erkennen.

Für die SPÖ ist das eine besorgniserregende Entwicklung, weil sich viele Bürger den Selbstbehalt nicht leisten können. „Eine Versorgung Amstettens mit Fachärzten mit Kassenvertrag ist von großer Bedeutung, damit wirklich alle Menschen eine bestmögliche medizinische Betreuung bekommen“, sagt Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Ihm ist natürlich klar, dass der Handlungsspielraum der Gemeinde in dieser Frage begrenzt ist. „Es braucht daher eine umfassendere Lösung, die nicht nur in Amstetten, sondern landesweit für eine gute fachärztliche Versorgung sorgt“, fordert Riegler.

Gesundheitsstadträtin Beate Hochstrasser sieht eine Möglichkeit, um das Problem zumindest kurzzeitig in den Griff zu bekommen. „Ich werde mich dafür einsetzen, die Landarztgarantie auf Fachärzte auszuweiten. So könnte man vonseiten des Landes und der Gesundheitskasse eine bestmögliche Gesundheitsversorgung koordinieren“, erklärt die SPÖ-Politikerin.

Das geplante Primärversorgungszentrum in Mauer würde sich aus ihrer Sicht sehr gut für die Ansiedlung von Fachärzten eignen. „Bis es fertig ist, sollten wir die Ordination im Ärztecenter adaptieren und einen Haut-Facharzt im ersten Jahr bei den Aufwendungen für Personal und Gerätschaften unterstützen“, schlägt Hochstrasser vor.

Soziale Kompetenz als wichtiger Faktor

Bei Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig rennt Hochstrasser mit ihren Vorschlägen offene Türen ein.„Wir brauchen Lösungen, die besser heute als morgen Versorgungslücken schließen. Dazu gehört auch der Vorstoß, die Landarztgarantie auf Fachärzte auszuweiten und die Primärversorgungszentren in der Frage des Facharztmangels stärker einzubinden. Für diese Idee setze ich mich schon seit längerer Zeit ein“, sagt die SPÖ-Politikerin und verweist auf ein Pilotprojekt im PVZ St. Pölten-Harland, wo es gelungen sei, die Kinderfacharztversorgung in der Landeshauptstadt sicherzustellen.

Die Gründe für den Ärztemangel sind aus Sicht Königberger-Ludwigs vielschichtig. Neben den unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten der einzelnen Fachrichtungen habe auch der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance der jungen Ärzte und daher ein verstärktes Abwandern in den Wahlarztbereich negative Auswirkungen auf die Versorgungssituation.

Die SPÖ-Politikerin drängt auch auf veränderte Aufnahmeverfahren an den Medizinunis. „Vor allem die soziale Kompetenz muss dabei wieder verstärkt berücksichtigt werden. Wir brauchen am Ende des Studiums nämlich auch Hausärzte und nicht nur Wissenschaftler.“