Drei Hausärzte für Mauer. Schon 2020 erfolgt Spatenstich für Gesundheitszentrum und 51 Wohnungen beim Landesklinikum.

Von Hermann Knapp. Update am 11. Dezember 2019 (08:19)
Am Gelände der ehemaligen Gärtnerei des Landesklinikums Mauer soll 2020 mit der Errichtung eines Gesundheitszentrums und von Wohnungen begonnen werden.
Knapp

Für ein Gesundheitszentrum mit drei Hausärzten soll schon im kommenden Jahr in Mauer der Spatenstich erfolgen. „Wir streben eine optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung an sieben Tagen in der Woche an. Es soll täglich von 7 bis 19 Uhr mindestens ein Arzt verfügbar sein“, sagt Christian Haberhauer, Spitzenkandidat der ÖVP für die Gemeinderatswahl.

Im Zuge der Regionalentwicklung und des Visionsprozesses 2030 ist er, laut eigener Aussage, schon seit zwei Jahren (in seiner Funktion bei der Moststraße) in die Entwicklung des Projektes eingebunden gewesen. Mit dem Wechsel in die Politik ist es ihm nun ein Herzensanliegen. Ein Arzt hat bereits fix zugesagt, sich im Gesundheitszentrum anzusiedeln, mit weiteren ist man im Gespräch. „Ich habe selbst Kontakt zu zwei Medizinern, die interessiert sind. Die Konditionen, die das Land den Ärzten bietet, sind auf jeden Fall attraktiv. Von diesem Gesundheitszentrum wird nicht nur Mauer, sondern es werden auch Hausmening, Ulmerfeld, Neufurth und Greinsfurth profitieren“, erklärt der angehende Gemeindepolitiker.

Leuchturmprojekt in Niederösterreich

Mauer ist das fünfte Gesundheitszentrum, das in Niederösterreich verwirklicht wird und für Landesrat Martin Eichtinger „ein Leuchtturmprojekt“. Denn es entsteht da ein Neubau mit Zukunftsperspektive, der nicht nur Arztpraxen, sondern auch 51 Wohnungen umfassen wird. Wir investieren rund acht Millionen Euro“, sagt der VP-Politiker.

Gebaut wird auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei des Landesklinikums an der Zufahrt von der Hausmeninger Straße her. Die Fläche in einem Umfang von rund 7.500 Quadratmetern stellt das Land im Zuge einer Baurechtsaktion zur Verfügung.
Das Herzstück der Anlage wird das Gesundheitszentrum mit rund 950 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei Geschoßebenen bilden – mit Arztpraxen (bis hin zu Röntgen) und einer angeschlossenen Apotheke (als Zweigstelle einer schon bestehenden Apotheke in der Umgebung).

Zwei dreigeschoßige Baukörper mit insgesamt 51 Wohnungen werden das Gesundheitszentrum umrahmen. Ein Teil des historischen Bestandes der still gelegten Gärtnerei des Klinikums soll den Bewohnern als Gemeinschaftsraum dienen.
Konkret sind 48 Zweizimmerwohnungen mit etwa 45 Quadratmetern geplant, die sich sowohl für „Betreutes Wohnen“ als auch für „Junges Wohnen“ eignen, und drei Wohngruppen zu je 90 Quadratmetern, die für sogenanntes „Flexi-Wohnen“ von neun Jugendlichen gedacht sind.

Christian Haberhauer (Gemeinde Amstetten), Landesrat Martin Eichtinger, Regionalmanager Mostviertel Andreas Krauter und Bauexperte Alfred Graf freuen sich auf das „Leuchtturmprojekt“ in Mauer. 
Büro Eichtinger

Gedesag wird das Projekt realisieren

Im ersten Bauabschnitt werden vorerst 12 Wohneinheiten für „Betreutes Wohnen“, 18 Einheiten für „Junges Wohnen“ sowie die drei Flexi-Wohnungen entstehen. Umgesetzt wird das Projekt (samt Gesundheitszentrum) von der Wohnbaugenossenschaft Gedesag, vom Land wird es im Rahmen der Wohnbauförderung subventioniert, was die Einhaltung strenger ökologischer Vorgaben sicherstellt. Anfang 2022 soll das Gesamtprojekt fertig sein. Mit im Boot ist auch das NÖ-Hilfswerk, dessen Präsidentin sich im Vorfeld ebenfalls stark für das Vorhaben engagiert hat. „Wir werden beim Betrieb mitwirken, unsere Erfahrung einbringen und auch Personal für den Bereich Pflege sowie Therapeuten stellen“, sagt Michaela Hinterholzer. Als Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Öhling freut es sie natürlich besonders, dass mit dem Gesundheitszentrum auch die medizinische Versorgung ihrer Bürger langfristig gesichert wird.

NÖGKK-Hutter überrascht über Pläne der VPNÖ

„Das alles hört sich wie ein Wunsch ans Christkind an“, sagt der Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse, Gerhard Hutter. „Fake News made in NÖ kann man dazu nur sagen“, kritisiert der NÖGKK-Obmann. „Es ist unverantwortlich, mit derartigen Wahlversprechen auf Stimmenfang zu gehen, ohne vorab die Rahmenbedingungen zu checken. Ich lese hier von einem ,grünen Licht‘ für eine fünfte Primärversorgungseinrichtung. Mit uns hat niemand gesprochen, das Land Niederösterreich hat keinen Kontakt mit uns aufgenommen!“

Da nahezu ausschließlich die NÖ Gebietskrankenkasse als Finanzier einer solchen Einrichtung auftritt, zeigt sich Hutter von der Vorgehensweise der Politik überrascht: „Ich bin enttäuscht von Landesrat Eichtinger, der in unserem gemeinsamen Bestreben, die ärztliche Versorgung in Niederösterreich zu optimieren, bisher ein ausgezeichneter und ernstzunehmender Partner war. Derartige einseitige Informationen des Landesrats sind kaum geeignet, um Besetzungsschwierigkeiten bei Planstellen aus der Welt zu schaffen – dafür aber, um über Nacht Vertrauen zu zerstören. Sozialversicherung und Land haben eine Verantwortung, und die Gesundheitsversorgung darf kein Spielball für die Gemeinderatswahlen sein.“

Kocevar: Vor Wahlen ist bei der ÖVP offenbar alles erlaubt

„In der Liebe und vor Wahlen ist bei der ÖVP offenbar alles erlaubt“, kommentiert SPÖ NÖ Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar heutige Medienberichte zu einem von der ÖVP NÖ versprochenen Primärversorgungszentrum in Amstetten-Mauer: Die ÖVP verspricht den Bau eines solchen, der Obmann der NÖGKK, die Hauptfinancier solcher Einrichtungen sind, sei nicht informiert und spreche von „Fake News“ und einem „Wunsch ans Christkind“.

Die SPÖ befürwortet natürlich zusätzliche Angebote für die BürgerInnen, vor allem im Gesundheitsbereich seien diese notwendig, um Bedürfnisse und Notwendigkeiten zu optimieren. „Aber klar ist, dass derartige Vorhaben mit allen involvierten Partnern abgesprochen werden müssen. Und es mutet doch sehr eigenartig an, dass Landesrat Eichtinger seine Funktion mit parteipolitischer Arbeit verwechselt und hier als Wahlkampfhelfer für die ÖVP auftritt“, erklärt Kocevar.

So habe er mit Erstaunen und Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass die NÖGKK, die derartige Primärversorgungszentrum in der Hauptsache finanziert, von diesem Projekt nicht informiert wurde. „Die ÖVP verspricht offenbar den NiederösterreicherInnen das Blaue vom Himmel – auch in dem Wissen, dass diese Versprechungen oft nicht eingehalten werden können“, erklärt Kocevar: „Offenbar kennt die ÖVP mittlerweile kein Halten mehr – für sie ist alles erlaubt, um Wählerstimmen dazuzugewinnen.“

Kocevar fordert die ÖVP NÖ auf, gerade jetzt vor Weihnachten in sich zu gehen und sich zu besinnen: „Wir erwarten uns einen sauberen, fairen Wahlkampf ohne Fakenews und Untergriffe. Auch wenn mir – im Rückblick auf vorangegangene türkis-schwarze Wahlkämpfe – der Glaube daran fehlt.“

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