Parken: Stadt Amstetten geht mit Charme gegen Frust vor

VP will Kunden, die wegen Organmandat verärgert sind, für die City retten. 30-Minuten-Gratisparkschein soll sie milde stimmen.

Erstellt am 02. Oktober 2018 | 05:39
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Erfreut über den Vorstoß von Stadtrat Andreas Gruber (links) und Vizebürgermeister Dieter Funke (rechts) von der ÖVP zeigen sich auch Benetton/Sisley-Inhaberin Edith Jungwirth und Hartlauer-Geschäftsführer Robert Kammerer.
Foto: ÖVP

4.492 Organmandate wurden im Jahr 2017 in der gebührenpflichtigen Kurzparkzone im Stadtzentrum ausgestellt. Die ÖVP befürchtet, dass man damit vor allem Einkäufer von auswärts vergrault hat. „Denn es kann schon vorkommen, dass ein Arztbesuch oder auch die Anprobe neuer Kleider länger dauert und man die Zeit übersieht. Der Ärger über ein Strafmandat ist dann natürlich groß und viele Betroffene werden künftig wohl die Innenstadtgeschäfte meiden“, befürchtet VP-Stadtparteiobmann Andreas Gruber.

„Niemand bleibt absichtlich länger stehen“

Er will nun gemeinsam mit VP-Vizebürgermeister Dieter Funke eine Charmeoffensive für die Amstettner Innenstadt starten und somit eine Imagekorrektur einleiten. „Nix für ungut, aber Ordnung muss sein“, heißt die Aktion, die es in ähnlicher Form in Wiener Neustadt gibt. „Autofahrer, die ein bezahltes Organmandat mit Beleg vorweisen, sollen künftig einen 30-Minuten-Gratis-Parkschein für ihren kommenden Einkauf in Amstetten erhalten“, schlägt Gruber vor.

Auch für Funke ist das eine Möglichkeit, verärgerte Autolenker milde zu stimmen. „Niemand bleibt absichtlich länger stehen, sondern hat meist einen durchaus triftigen Grund. Das hören wir bei Beschwerden, die an uns herangetragen werden, immer wieder. Es wäre einfach Schade, wenn die Leute Amstetten nach ihrem Einkauf mit einem schlechten Eindruck verlassen“, ist der VP-Vize vom Sinn der Charmeoffensive überzeugt.

Gruber stellte seine Idee bereits in der letzten Sitzung des Ausschusses für Recht und Verwaltung vor und präsentierte auch ein mögliches Konzept für Amstetten. „Wir wollen die bereits existierenden 30-Minuten- Parktickets wiederbeleben, die seit Jahren in den Schubladen des Rathauses schlummern. Diese waren ja ursprünglich für die Innenstadtgeschäfte gedacht, um sie Kunden nach einem entsprechend hohen Einkauf zu übergeben, künftig könnten wir sie sinnvoll für die Charmeoffensive nutzen.“

Als Ausgabestelle für die Gratis-Parkscheine schlagen Gruber und Funke das Büro der Amstetten Marketing GmbH in der Wiener Straße vor.