Altes Handwerk mit Stil. Aschbach / Vor einem Jahr gründete Reinhard Gugler sein Unternehmen „Balubad“. Nun wurde er für seine kreativen Holzbadewannen mit dem Gewerbepreis ausgezeichnet.

Von Daniela Rittmannsberger. Erstellt am 23. Mai 2014 (07:00)
NOEN, Daniela Rittmannsberger
Bürgermeister Franz Kirchweger und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer freuen sich gemeinsam mit Neo-Unternehmer Reinhard Gugler (rechts) und Gattin Manuela über den Sieg in der Kategorie „Kunsthandwerk und Design“. Foto: Daniela Rittmannsberger
Zehn Jahre lang arbeitete und tüftelte Reinhard Gugler aus Aschbach engagiert an seinem Plan, Badewannen aus Holz herzustellen. Vor einem Jahr setzte er seinen lang gehegten Traum dann in die Tat um und gründete mit „Balubad“ ein einzigartiges Unternehmen in der Region.

Holzbadewannen als ideale Verbindung beider Handwerke

Seine Leidenschaft für Holz entdeckte Gugler bereits in Kindestagen. Nach der Schule begann er eine Lehre als Fassbinder. Als er den Betrieb, in dem er damals arbeitete, übernehmen sollte, lehnte er ab, der Aschbacher arbeitete daraufhin in anderen Firmen. Vor zehn Jahren lernte er dann den Beruf des Tischlers nach. Zur selben Zeit entstand in seinem Kopf auch die Idee der Holzbadewannen: „Ich wollte mich selbstständig machen, als Tischler stand das aber nicht zur Debatte und für einen reinen Fassbinder hatte ich zu wenig Geräte.“

Holzbadewannen waren in seinen Augen die ideale Verbindung beider Handwerke. Ursprünglich kommen sie aus dem Bereich der Fassbinderei. Gugler plante, die alte Technik neu zu beleben und auch neu zu interpretieren. Also richtete sich der 41-jährige Unternehmer bereits vor sieben Jahren eine kleine Werkstatt direkt neben seinem Wohnhaus ein. In liebevoller Detailarbeit schneidet, fräst und werkt er dort stundenlang an seinen „Kunstwerken“.

Bei der Entwicklung seiner Holzbadewanne sei vor allem das Design entscheidend gewesen, erzählt der Aschbacher und schwärmt: „In einem einzigartigen Eioval bietet das Unikat eine geschwungene, bequeme Passform. Eigens angefertigte Edelstahlreifen veredeln das Design.“

Holzbottiche als Whirlpool im Sommer wie im Winter

Nach der Fertigstellung ölt Gugler die Badewanne, die danach ganz unkompliziert zu handhaben ist: „Es genügt, sie nach dem Benützen einfach mit Wasser abzuwaschen. Von Zeit zu Zeit muss sie aber auch nachgeölt werden“, sagt der Handwerker.

Da er alleine mit seinen Badewannen zu wenig Umsatz machen würde, spezialisierte sich Gugler zusätzlich auf Holzbottiche, die im Außenbereich als eine Art Whirlpool im Sommer wie im Winter genützt werden können. Für beide Anfertigungen verwendet Gugler fast ausschließlich heimische Hölzer wie Lärche oder Eiche.

Seinen Hang zu ausgefallenen Kreationen verdankt Reinhard Gugler unter anderem auch seinem damaligen Lehrmeister, der selbst immer schon jede Menge „Schnick-Schnack“ herstellte, wie sich Gugler schmunzelnd erinnert.

Frau reichte Wannen zu Wirtschaftskammer-Preis ein

Immer an seiner Seite ist seine Ehefrau Manuela. Sie war es auch, die die Badewannen ihres Mannes beim „Kunsthandwerk- und Design“-Preis der Wirtschaftskammer einreichte. Nach einer aufwendigen Präsentation konnte der Aschbacher dann Ende März den ersten Preis in Tulln entgegen nehmen.

Vergangene Woche statteten Bürgermeister Franz Kirchweger und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer dem Unternehmer einen Besuch ab und gratulierten zum erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit: „Es ist zwar auf jeden Fall ein spezieller Markt, der aber sicher Potenzial hat“, ist sich Hinterholzer sicher.