Erstellt am 21. Juli 2015, 06:16

+117 Prozent mehr Langzeitarbeitslose. Im ersten Halbjahr 2015 stieg die Arbeitslosigkeit auch im Bezirk weiter an. Problemgruppen sind am stärksten betroffen.

Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten, ist stolz, dass zirka gleich viele Arbeitslose vermittelt werden konnten.  |  NOEN, AMS

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt auch im Bezirk weiter angespannt. Insgesamt waren im ersten Halbjahr 2015 im Monatsschnitt 2.778 (+9,1 Prozent) Personen (1.153 Frauen und 1.625 Männer) arbeitslos. Während bei den Jugendlichen die Arbeitslosigkeit moderat (+8,8 Prozent) angestiegen ist, sind Personen über 55 Jahre (+19,3 Prozent) und Langzeitarbeitslose (+117,6 Prozent) überproportional stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen.

Gesundheitliche Einschränkungen bei mehr als einem Viertel

Problematisch sei laut Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten, auch, dass bereits mehr als ein Viertel der vorgemerkten Arbeitslosen gesundheitliche Einschränkungen habe. „Das erschwert natürlich die Jobvermittlung noch mehr“, sagt Harald Vetter.

Trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit sei es aber gelungen, im ersten Halbjahr 2015 fast gleich viele arbeitslose Personen wie im Vorjahr mithilfe des AMS Amstetten bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, erklärt Vetter weiter.

Insgesamt konnten 2.690 arbeitslose Personen (-0,8 Prozent) aus dem Bezirk im ersten Halbjahr wieder eine Arbeit aufnehmen. Speziell bei den Problemgruppen verweist das AMS Amstetten auf Erfolge: Rund 300 Langzeitarbeitslose konnten wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, ebenso wie 768 Arbeitslose über 45 Jahre (+7 Prozent zum Vorjahr).

Keine Besserung in Sicht - Lage bleibt angespannt

Im Vergleich mit anderen Vierteln in Niederösterreich ist die Arbeitslosigkeit im Mostviertel zwar immer noch niedrig, dennoch steigt diese auch hier immer weiter an. Und es ist keine Besserung in Sicht. Laut Prognosen für das zweite Halbjahr bleibt die Lage weiter angespannt.

„Unser Ziel für das zweite Halbjahr ist, Kontakte zu den heimischen Betrieben zu nützen, um vor allem für unsere Problemgruppen (Ältere, Langzeitarbeitslose) Jobs zu akquirieren. Für die Personengruppe der über 50-Jährigen, die länger als ein halbes Jahr arbeitslos vorgemerkt sind, können wir unseren Betrieben eine spezielle Förderung für die ersten sechs Monate mit der Übernahme von 50 Prozent der Lohnkosten anbieten“, erklärt der AMS Chef.

Die Gründe für die steigende Arbeitslosigkeit in ganz Österreich sind neben der schwachen internationalen und nationalen Konjunktur weiterhin bereits bekannte Faktoren: Das Arbeitskräfteangebot ist immer noch sehr groß, es gibt strengere Regelungen für den Pensionszugang und auch die Arbeitsmarktöffnung für Arbeitskräfte aus den neuen EU-Beitrittsländern verursachen den Anstieg.