41-Jährigen angeschossen: Ermittlung wegen Mordversuchs. Ein 41-jähriger Mann wurde am Samstag angeschossen und schwer verletzt. Gegen mutmaßlichen Schützen (42) wird wegen Mordverdachts ermittelt.

Von Peter Führer. Erstellt am 26. Februar 2019 (05:10)
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Einsatzdoku

Eine Schussabgabe mit einem Schwerverletzten gab es am Samstag um etwa 13 Uhr im Stadtgebiet von Amstetten. Abgespielt hat sich die Schießerei im Garten eines Hauses in der Radetzkystraße in Amstetten. Zudem wurde ein 25-Jähriger leicht verletzt. Wie Polizeisprecher Heinz Holub berichtet, konnte der Beschuldigte – ein 42-jähriger im Bezirk St. Pölten Land wohnhafter Kosovare – im Zuge einer Alarmfahndung festgenommen werden. Die beiden Opfer sind rumänische Staatsbürger, die in Amstetten leben.

Auseinandersetzung zwischen drei Männern

Nach Angaben von Holub habe es gegen 13 Uhr eine „verbale Auseinandersetzung“ unter drei Männern gegeben. Im Stiegenhaus eines Wohngebäudes sei es danach zu tätlichen Übergriffen gekommen. Dabei soll der Beschuldigte dem 25-Jährigen oberflächliche Abschürfungen im Halsbereich zugefügt haben.

Der 42-Jährige sei danach ins Freie geflüchtet und habe das Gelände verlassen. Seine beiden Bekannten gingen Holub zufolge in den Garten des Hauses. Dorthin sei wenig später auch der Verdächtige gekommen – mit einer Pistole im Gepäck. „Damit hat der Mann dann einen Schuss abgegeben und den 41-Jährigen getroffen“, sagte der Sprecher. In der Folge trat der Kosovare die Flucht an, die kurze Zeit später beendet wurde.

Der 25-Jährige erlitt beim Streit leichte Blessuren, wurde ins Spital gebracht und noch am Samstag wieder entlassen. Der 41 Jahre alte Schwerverletzte wurde in das Landesklinikum Amstetten eingeliefert. Dort wurde er – laut Angaben der NÖ Landeskliniken-Holding auch noch am Montag – intensivmedizinisch behandelt.

Rund 60 Beamte an Alarmfahndung beteiligt

Bei der Einvernahme erklärte der Verdächtige, in Notwehr gehandelt zu haben. „Er hat angegeben, dass die beiden Männer ihn angegriffen hätten“, hielt Holub fest. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings nicht von Notwehr aus und beantragte Untersuchungshaft. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes und Körperverletzung, erklärte Leopold Bien, Sprecher der Anklagebehörde. Die genauen Tatumstände seien allerdings noch abzuklären – auch hinsichtlich der verwendeten Pistole. Für diese soll der 42-Jährige über kein waffenrechtliches Dokument verfügt haben. Er wird daher auch nach dem Waffengesetz angezeigt.

An der Alarmfahndung waren rund 60 Beamte und ein Hubschrauber des Innenministeriums beteiligt. Auch die Spezialeinheit Cobra wurde angefordert. Um 14.20 Uhr klickten für den 42-Jährigen die Handschellen. Auf der Flucht soll der Verdächtige die Tatwaffe weggeworfen haben. Die Pistole sei bei ersten Erhebungen nach der Festnahme sichergestellt worden, betonte die Polizei.