Änderung des Verkehrskonzeptes bei der Rathausstraße?. Nichts halten Rathausstraßenanrainer Hanns-Dieter Wawra und Ex-Stadtchef Herbert Katzengruber von einer möglichen Änderung des Amstettner Verkehrskonzeptes.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 31. Oktober 2017 (05:30)
NOEN, NÖN
Lokalaugenschein in der Rathausstraße: NÖN-Redakteur Hermann Knapp und Hanns-Dieter Wawra.

Die Überlegung vonseiten der Politik in der Rathausstraße wieder Begegnungsverkehr einzuführen, stößt bei Anrainer Hanns-Dieter Wawra auf wenig Verständnis: „Denn damit würden dort der Radweg und die Kurzparkzone wegfallen, die Verkehrssituation würde aber nicht verbessert werden.“ Er verweist darauf, dass bei der Kreuzung Wörthstraße/Rathausstraße gerade am Morgen viele Schüler die Fahrbahn überquerten. Da staue es jetzt schon und bei Gegenverkehr würde sich die Situation noch verschärfen.

Wawra ist zudem unklar, wie es Autos möglich sein soll, von der Rathausstraße links auf die Linzer Straßez auszubiegen. „Da müsste man eine Ampel machen oder einen Kreisverkehr. Genauso wenig Sinn hat es, Autos von der Kirchenstraße links ausbiegen zu lassen. Dafür fließt auf der Linzer Straße stadteinwärts einfach viel zu viel Verkehr.“

Für den Mediziner in Ruhe, der ja auch selbst jahrelang Gemeinderat war und im Verkehrsausschuss mitwirkte, machen die vorliegenden Ideen zur Überarbeitung des Verkehrskonzeptes schlichtweg keinen Sinn. „Da wird nur unnötig Geld ausgegeben. Die wirklichen Chancen, wichtige Weichen zu stellen, wurden schon früher vertan. 1988 hätte man anstatt den C&A bauen zu lassen, die Alte Zeile erweitern können. In den 80er-Jahren gab es außerdem die Idee, eine Verbindungsstraße von der Schulstraße zur Viehdorfer Straße zu machen. Auch diese wurde aufgrund einiger Anrainerproteste aber leider nicht verwirklicht. Darum gibt es jetzt auch keine wirkliche Alternative zum Einbahnsystem.“

„Verkehrssystem hat sich eingependelt“

Das sieht übrigens auch Bürger meister außer Dienst Herbert Katzengruber so. „Meiner Meinung nach hat sich der Verkehr in Amstetten eingependelt. Das System funktioniert. Nur weil es vor der Gemeinderatswahl 2015 einige politische Huster gab, wird plötzlich alles infrage gestellt. Die Diskussion sorgt nur für Unruhe in der Bevölkerung und kostet unnötig Geld.“

Man habe vor der Einführung des Einbahnsystems vier Jahre intensiv diskutiert und 90 Prozent der Beteiligten seien damit zufrieden gewesen. „Wenn man jetzt auf dem Hauptplatz wieder Gegenverkehr macht, dann fliegt der Radweg. Dadurch wird nichts sicherer. Da gratuliere ich dazu!“, ärgert sich Katzengruber über solche Ideen. „Manche werden vielleicht sagen, ich verteidige nur mein altes Konzept, aber ich tue es, weil wir viel Herzblut investiert haben und weil es Sinn macht.“

Das Problem für den Handel in der Stadt ist seiner Meinung nach nicht das Verkehrsystem und es sind auch nicht fehlende Parkplätze: „Das ist der Internethandel, aber nicht nur in Amstetten, sondern überall!“

Derzeit ist die Snizek & Partner Verkehrs-GmbH dabei, drei mögliche Änderungs-Varianten und ihre Auswirkungen auf das Gesamt-Verkehrskonzept zu prüfen.