Ärger über neue Apotheke im CCA. Eröffnung im CCA erfolgt im Dezember. Pharmazeuten nicht begeistert über zusätzliche Konkurrenz.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:29)
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Symbolbild

Im Dezember wird im CCA eine neue Apotheke eröffnen. Konzessionär ist Helmut Baier, der 25 Prozent hält. Im Hintergrund steht als Kapitalgeber eine GmbH. Die CCA-Apotheke wird neben Arzneimitteln auch exklusive Kosmetiklinien im Sortiment haben. Für sie wird im Shoppingcenter eigens ein Nachtzugang eingerichtet, um die Versorgung der Bevölkerung im Rahmen des Nacht- und Notdienstnetzes auch außerhalb der CCA-Öffnungszeiten zu garantieren. Die Apotheke wird am bisherigen Standort des A1-Shops zu finden sein, der in andere Räume übersiedelt. Die Umbauarbeiten werden noch im Oktober starten.

Der Standort der Apotheke erfüllt die Auflagen des Apothekengesetzes für eine Neugründung. Sie ist laut Prüfungsverfahren mehr als 500 Meter von der nächstgelegenen Stadtapotheke entfernt und lässt auch die Anzahl der zu versorgenden Personen der anderen Apotheken in der Stadt nicht unter 5.500 sinken. Es wird davon ausgegangen, dass 60 Prozent der Kunden der CCA-Apotheke von auswärts kommen werden.

Öffnungszeiten werden an Citycenter angepasst

„Die Öffnungszeiten wollen wir natürlich an jene des Citycenters anpassen, also auch mittags und am Samstag bis zum Abend offen halten. Die Genehmigung der Behörde ist momentan noch ausständig. Es gibt aber Präzedenzfälle in anderen Einkaufszentren“, sagt Baier.

Die Begeisterung der Apotheker in der Stadt über die neue Konkurrenz hält sich in engen Grenzen. „Die rein formalen Aspekte sind erfüllt, denn Amstetten hat offenbar eine besondere Topografie, sodass die neue Apotheke mit der Polygonmethode, die die Apothekerkammer zur Anwendung bringt, die erforderlichen 500 Meter von meiner Apotheke entfernt ist“, sagt Jörg Mitterdorfer von der Stadtapotheke sarkastisch.

Eine der höchsten Apothekendichte

Er weist darauf hin, dass Amstetten jetzt eine der Städte mit der höchsten Apothekendichte pro Einwohner in Österreich sei. Die Geldgeber der CCA-Apotheke haben aus seiner Sicht nicht die Versorgungssicherheit der Bevölkerung im Sinn. „Sie sehen sie als probates Mittel für Kapitalrendite oder es geht ihnen auch nur um ein Verlustbeteiligungsmodell“, mutmaßt Mitterdorfer.

Aus seiner Sicht wird die Situation der Apotheken insgesamt immer schwieriger. Hauptkunden seien natürlich die Krankenkassen und da verhandle der Hauptverband die Preise immer aggressiver, hinzu komme die Konkurrenz durch den Online-Handel. „Die Gewinnspanne sinkt, aber die Fixkosten und die Gehälter steigen. Das ist eine sehr problematische Entwicklung“, sagt der Pharmazeut.

Auf keinen Fall wollen die Amstettner Apotheker der neuen CCA-Apotheke das Mittagsgeschäft alleine überlassen. „Wir haben das im Kollegenkreis besprochen und werden künftig ebenfalls über Mittag offen halten“, kündigt Mitterdorfer an.

„Wir haben das im Kollegenkreis besprochen und werden künftig ebenfalls über Mittag offen halten"

Auch Christoph Rücklinger, Betreiber der Mariahilf-Apotheke, ist nicht begeistert über den neuen Konkurrenten. „Aber wenn die österreichische Apothekerkammer glaubt, es geht sich aus, soll sie es glauben. Im Stadtgebiet gibt es jetzt fünf Apotheken und jede soll etwa 5.500 Personen versorgen können. Bei der CCA-Apotheke wurden da offenbar auch die Mitarbeiter des Einkaufszentrums als Kunden eingerechnet.“

CCA-Apotheken-Konzessionär Helmut Baier führt gegen die Kritik ins Treffen, dass Apothekergenehmigungen „einer strengen Bedarfsprüfung durch die Bezirkshauptmannschaft, das Landesverwaltungsgericht und die Apothekerkammer, die sehr apothekerfreundlich ist, unterliegt.“ Die Gutachten seien immer positiv für die CCA-Apotheke ausgefallen.

Dass an Apotheken auch Personen- und Kapitalgesellschaften beteiligt seien, sei ein übliches Modell. Der Konzessionär müsse aber mindestens 25 Prozent der Anteile halten und innerhalb von zehn Jahren die Möglichkeit haben, auf 51 Prozent aufzustocken. „Bei zwei anderen Apotheken in Amstetten ist meines Wissens ebenfalls eine Kapitalgesellschaft Miteigentümer, nämlich die Beteiligungsgesellschaft der herba-chemosan die übrigens an zahlreichen Apotheken in Österreich beteiligt ist“, erklärt Baier.

Den Vorwurf, nicht in erster Linie die Kundeninteressen im Auge zu haben, gibt er an Mitterdorfer zurück. „Die Elias-Apotheke hat mehrmals versucht die Öffnungszeiten über Mittag zu erweitern, was ja im Sinne der Kunden gewesen wäre. Dies wurde von Herrn Mitterdorfer aber jedes Mal verhindert.“

Die CCA-Apotheke biete nun aufgrund ihrer Lage die Chance, über Mittag offen zu halten. „Und sollte das dazu führen, dass künftig auch alle anderen Apotheken mittags offen haben, dann ist das für die Bevölkerung doch eine eindeutige Verbesserung“, findet Baier.