AK: Zahlung kurz vor Prozess. Trotz florierender Wirtschaft wenden sich viele Beschäftigte hilfesuchend an die Arbeiterkammer. Registrierung der Gesundheitsberufe war eine Mammutaufgabe.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. August 2019 (04:25)
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Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Robert Schuster zog eine positive Bilanz. Vielen Beschäftigten konnte geholfen werden.

Trotz florierender Wirtschaft kann sich die Arbeiterkammer nicht über Arbeitsmangel beklagen. 1.148 Beratungen wurden in der Bezirksstelle im ersten Halbjahr gezählt. „Sehr oft ging es dabei um die Beendigung von Arbeitsverhältnissen und ausstehende Ansprüche“, berichtet Bezirksstellenleiter Robert Schuster. Ein Dienstgeber hat zum Beispiel die Abfertigung für eine Angestellte falsch berechnet und eine geringfügige Beschäftigung unter den Tisch fallen lassen. Die Arbeiterkammer intervenierte und erstritt für die Frau 8.500 Euro.

Schuster betont, dass der überwiegende Teil der Unternehmen im Bezirk ihre Bediensteten ordnungsgemäß bezahle. „Es gibt aber leider auch schwarze Schafe. So haben wir einen Dienstgeber, der Dienstverhältnisse im Krankenstand der Dienstnehmer beendet, dann aber auch die Entgeltfortzahlung nicht leistet und ausstehenden Lohn nicht bezahlt. Das macht er erst, wenn wir intervenieren oder kurz, bevor es zu einem Prozess kommt“, berichtet der AK-Bezirksstellenleiter.

"Mitarbeiter haben tolle Arbeit geleistet"

Viel zu tun hatte die Arbeiterkammer heuer mit der Registrierung des Pflegepersonals im Bezirk, das sich ja ins neue Gesundheitsberuferegister eintragen lassen muss. Das soll den Patienten die Sicherheit geben, von einer gut ausgebildeten Fachkraft betreut zu werden. „Da sind wir hinaus in Spitäler und Seniorenheime gegangen, 600 Leute haben sich aber auch hier im Haus registrieren lassen. Meine Mitarbeiterinnen haben da tolle Arbeit geleistet“, lobt Schuster.

Seit 1. Jänner bietet die Arbeiterkammer auch eine Pflegeberatung an. Da gibt es Infos über die 24-Stunden-Pflege, die Kammer hilft Angehörigen aber auch, wenn der Pflegebedarf ihrer Meinung zu niedrig eingestuft wurde. „Wir wissen ja, dass sich alte Menschen vor Fremden besonders zusammenreißen, das gilt für den Arztbesuch und so kommt es leider zu Fehleinstufungen“, sagt Schuster.