Anrainer üben Kritik: Krautberg wie der "Nahe Osten". Anrainer übt massive Kritik an der Siedlungspolitik der SPÖ und fordert nun von ÖVP anderen Kurs.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. März 2020 (05:12)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7831857_ams10ams_krautbergstrasse_1
Laut Anrainer Gerald Bottensteiner fühlt sich die Bevölkerung am Krautberg durch den Zuzug in den letzten Jahren in den „Nahen Osten“ versetzt. Die Politik will das Gespräch mit den Bürgern und den Wohnungsgenossenschaften suchen.
Anton Kovacs

Anrainer Gerald Bottensteiner vergleicht den Krautberg in seinem Leserbrief an die NÖN (unten) mit dem „Nahen Osten“ und gibt der SPÖ die Schuld an dieser Entwicklung.

Für Vizebürgermeister Gerhard Riegler ist der Vorwurf, seine Partei habe sich entschlossen, den Krautberg zu einer Ausländersiedlung zu machen, völlig aus der Luft gegriffen. „Die Ursachen für die Entwicklung der Siedlung liegen schon in den 50er- und 60er-Jahren. Damals war der Krautberg ein Hoffnungsgebiet und es wurde großvolumig gebaut. Jetzt sind die Häuser, die großteils im Besitz von Genossenschaften sind, alt und abgewohnt und das niedrige Preisniveau zieht naturgemäß Leute mit weniger Einkommen an“, sagt der SPÖ-Politiker. Die Gemeinde habe keinen Einfluss darauf, an wen die Genossenschaften ihre Wohnungen vermieten.

Riegler: "Verstärkt Wohnungspolitik betreiben"

Riegler räumt aber ein, dass die Politik zu lange zugeschaut und zu wenig versucht habe, Druck auf die Wohnbaugenossenschaften auszuüben, die in die Jahre gekommenen Bauten zu sanieren oder zu erneuern. „Ich nehme mir vor, dass wir nun die gesamte Stadt nach schlechtem Gebäudezustand durchleuchten, und auflisten, wo es Häuser mit Sanierungsbedarf gibt. Dann werden wir auf die Genossenschaften zugehen und mit ihnen besprechen, was sie mit diesen Bauten vorhaben und wann sie renoviert werden.“ Es gelte, so Riegler, in Zukunft verstärkt eine Wohnungspolitik zu betreiben, „die in den Siedlungsgebieten wieder zu einer guten sozialen Durchmischung führt.“

Für VP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter ist die Sicherheit eines der Grundbedürfnisse der Menschen. „Unser Ziel ist es, neben der Stärkung der Stadtpolizei, da verstärkt auch die Menschen einzubinden. Wir wollen mit der Einführung von Fahrradstreifen der Stadtpolizei Präsenz zeigen und den Dialog mit den Menschen mit den Sicherheitskräften vor Ort fördern“, betont er. Es brauche aber auch Nachbarschafts- und Sicherheitsprojekte. „Daran wollen wir als Politik gemeinsam mit den Bürgern arbeiten. Eine Nachbarschaft, die miteinander spricht und aufeinander aufpasst, ist der beste Schutz und kann Missverständnissen vorbeugen. Wir werden uns die Situation vor Ort genau ansehen, um hier die richtigen Schritte zu finden, und laden gerne zum gemeinsamen Gespräch ein“, sagt der VP-Politiker.