Bebauungshöhe der neuen Remise umstritten

Amstettner Stadtregierung beschloss, dass Remise nach Umbau bis zu 22 Meter hoch sein darf. SPÖ ist das zu viel.

Erstellt am 29. September 2021 | 04:51
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Die SPÖ befürchtet, dass die neue Remise fast so hoch wieder Wasserturm werden könnte.
Foto: Hudler

Das Quartier A sorgte einmal mehr für Diskussionen im Gemeinderat. Auf der Tagesordnung stand der Beschluss zur Festlegung der zugelassenen Gebäudehöhe im Bereich der Remise, die ja umgebaut werden soll. Der Vorschlag der Stadtregierung lautete auf 22 Meter und soll den fünf Architekten, die ein Projekt erarbeiten, als Richtlinie dienen.

Den Sozialdemokraten ist das aber eindeutig zu hoch: „Wir sind nicht gegen das Projekt der Remise, aber gegen die Art und Weise, wie es umgesetzt wird. Und wenn man den Architekten eine Gebäudehöhe von 22 Metern ermöglicht, werden sie diese auch nutzen. Aber ob alles, was bautechnisch machbar ist, auch sinnvoll und zielführend ist, bezweifle ich“, sagte Baustadtrat Bernhard Wagner. Er befürchtet, dass da ein Eingangsbauwerk entsteht, das alles andere überdecken wird. „Ein Leuchtturm muss nicht 22 Meter hoch sein.“

„Kein monumentaler Monsterkoloss“

Wagner kritisierte auch erneut, dass der von der SPÖ geforderte städtebauliche Vertrag nicht existiert. „Denn der würde es uns als Stadt ermöglichen, den Bauinteressenten Nutzungsmöglichkeiten vorzugeben. Wir könnten dann auch in der Remise festlegen, welcher Anteil des Gebäudes für Bildung, Kultur oder Veranstaltungen zur Verfügung stehen muss.“

ÖVP-Mandatar Manuel Scherscher betonte, dass in Sachen Remise ein guter Prozess gestartet worden sei. „Die Architekten sind ja gefordert, all unsere Vorschläge in das Projekt hineinzupacken und das neue Bauwerk entsprechend zu gestalten. Die Remise muss nicht gerettet werden, sondern sie ist schon gerettet, auch weil die ecoplus da sehr viel Geld investiert.“

ÖVP-Mandatar Andreas Gruber teilt die Befürchtung Wagners, es könne am Eingang zum Quartier A ein „monumentaler Monsterkoloss“ entstehen, nicht. „Es sind da internationale Architekten am Werk, die schon Projekte in Wien und anderen europäischen Städten und auch schon in Asien verwirklicht haben. Sie werden sicher ansprechende Konzepte vorlegen, die auch den Charakter der Remise bewahren.“

Auch Bürgermeister Christian Haberhauer betonte, dass die Remise durch das geplante Projekt schon gerettet sei. „Wir brauchen dafür auch keinen städtebaulichen Vertrag, weil wir ja selbst Einfluss auf die Gestaltung haben und sicher nicht einem Plan zustimmen werden, den wir nicht wollen.“

Die ecoplus, die zwei Drittel der Remise erworben habe, investiere viel Geld, um ein ecocenter zu schaffen, in dem Entwicklung und Forschung gefördert werden sollen, wovon die Stadt auch mit Arbeitsplätzen profitieren werde. „Und ein Drittel der Remise gehört ja der Wirtschaftsraum Amstetten GmbH. Da werden wir den Spirit für die freischaffende, kreative Szene hochhalten und da wird es auch Raum für Gastronomie und Events geben. Ich würde es nicht für charmant finden, wenn wir die Architekten von vornherein einschränken. Die 22 Meter sind eine Maximalhöhe. Das heißt nicht automatisch, dass das neue Gebäude tatsächlich so hoch wird. Und wir können ja auch noch immer nein sagen, wenn uns der Entwurf nicht gefällt“, sagt der Bürgermeister.“

ÖVP, Grüne, FPÖ und NEOS stimmten für die neue Gebäudehöhe, die SPÖ dagegen.

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