Bei Sonnwendfeuer als falscher Polizist ausgegeben. 29-Jähriger gab sich im Suff bei Sonnwendfeier als Exekutivbeamter aus. Vor Gericht setzte es zwei Monate Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 26. Juni 2019 (05:00)
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Symbolbild

„Ich bin Zivilpolizist, zeigt’s mir eure Ausweise!“, forderte ein 29-Jähriger aus Amstetten bei einer Sonnwendfeier im vergangenen Jahr Besucher auf, sich auszuweisen. Wegen Amtsanmaßung sitzt der bereits sechs Mal vorbestrafte Mann nun am Landesgericht in St. Pölten vor einem Strafrichter.

Zu dem Vorwurf ist der Angeklagte geständig. Hochprozentiges habe er bei dem Fest reichlich getrunken. „Ich war aber nicht komplett zua“, erzählt er im Prozess. Seiner Aufforderung seien die Festbesucher nicht nachgekommen. Ob der Alkoholisierung habe ihm ohnehin niemand geglaubt.

Auch aufs Stänkern war der 29-Jährige damals, am 15. Juni, aus. Zwei Tschetschenen beschimpfte er wüst mit Worten wie „Schabracken, zurück in euer Land!“ Und er wollte eine Rauferei anzetteln. „Er hat uns gestoßen, wollte uns provozieren“, sagt einer dieser Burschen.

Andere Zeugen erzählten bei polizeilichen Einvernahmen, dass der Angeklagte im Suff die Hand zum Hitlergruß erhoben habe. Wegen Amtsanmaßung wird der 29-Jährige, er verbüßt gerade eine unbedingt verhängte Freiheitsstrafe im Fußfesselvollzug, schuldig gesprochen und zu zwei Monaten gesiebter Luft verurteilt.

Die Ermächtigung zur Strafverfolgung wegen Beleidigung ziehen die beiden Tschetschenen zurück. „Weil aus Fehlern lernt man ja“, sagt einer. Der Angeklagte wird von diesem Vorwurf somit freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.