Bewährung für Freiheitsentzug

Ein Amstettner drohte, schlug und sperrte seine Freundin in der Wohnung ein.

Erstellt am 10. November 2021 | 03:14
Das Gericht wies den Angeklagten in eine Anstalt ein
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Foto: APA (Symbolbild)

Ein 38-jähriger Mann aus Amstetten soll seine Lebensgefährtin bei einem Vorfall mit der Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen haben und sie eine Viertelstunde in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt haben. Weiters soll er ihr gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie mit jemandem anderen außer ihm rede, die Polizei rufe oder nicht mit ihm in eine andere Stadt umziehen würde.

„Ich hatte Angst, sie verlässt mich. Ich habe sie eingesperrt, damit sie mir vergibt“, sagt der Mann. „Ich habe einen Fehler gemacht und verspreche, dass ich das nie wieder mache“, sagt er weiter. Bisher hatte er keine Vorstrafen. Er gibt die Nötigungen und das Einsperren zu, doch er besteht darauf, sie nicht viermal mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, sondern sie „nur“ zwei Mal geohrfeigt zu haben.

„Ich hatte Angst, sie verlässt mich. Ich habe sie eingesperrt, damit sie mir vergibt

Vor der Polizei hatte sie etwas anderes erzählt. Die Frau ist hochschwanger, wohnt im selben Haushalt und verweigert die Aussage gegen ihren Lebensgefährten vor Gericht. Weil der Richter deswegen auch die bisherigen Aussagen der Frau nicht berücksichtigen darf, ändert sich der Strafrahmen stark. Was die angeklagte Körperverletzung angeht, kann er nun nur die zwei gestandenen Ohrfeigen verurteilen. Die dokumentierten Verletzungen (Prellungen im Gesicht) seien auch dadurch möglich. Strafmaßbestimmend ist der Freiheitsentzug. Der Mann bekommt neun Monate bedingte Haft mit dreijähriger Probezeit. Urteil nicht rechtskräftig.