Bewährung für Ohrfeigen und Freiheitsenzug

Ein Amstettner drohte, schlug und sperrte seine Freundin in der Wohnung ein. Die Frau sagt nicht aus, er gibt das meiste zu und bekommt eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten.

Erstellt am 03. November 2021 | 20:24
Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

Ein 38-jähriger Mann aus Amstetten soll seine Lebensgefährtin bei einem Vorfall mit der Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen haben und sie ungefähr eine Viertelstunde in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt haben. Weiters soll er ihr gedroht haben sie umzubringen, wenn sie mit jemandem anderem außer ihm rede, die Polizei rufe oder nicht mit ihm in eine andere Stadt umziehen würde.

„Ich hatte Angst, sie verlässt mich. Ich habe sie eingesperrt, damit sie mir vergibt“, sagt der Mann vor Gericht. „Ich habe einen Fehler gemacht und verspreche, dass ich das nie wieder mache“, sagt er weiter. Bisher hatte er keine Vorstrafen. Er gibt die beiden Nötigungen und das Einsperren zu, doch er besteht darauf, sie nicht viermal mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, sondern sie „nur“ zwei Mal geohrfeigt zu haben.

Vor der Polizei hatte sie etwas anderes erzählt. Die Frau ist hochschwanger, wohnt im selben Haushalt und verweigert die Aussage gegen ihren Lebensgefährten vor Gericht. Weil der Richter deshalb auch die bisherigen Aussagen der Frau nicht berücksichtigen darf, ändert sich der Strafrahmen stark. Was die angeklagte Körperverletzung angeht, kann er nun nur mehr die zwei Ohrfeigen verurteilen, die der Mann zugestanden hat. Die dokumentierten Verletzungen (Prellungen im Gesicht) seien auch dadurch möglich. Strafmaßbestimmend ist jetzt der Freiheitsentzug. Der Mann bekommt neun Monate bedingte Haft mit dreijähriger Probezeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.