Amstetten

Erstellt am 17. Januar 2017, 03:20

von Hermann Knapp

Biogasanlage an Salzburger Unternehmen verkauft. Salzburger Unternehmen will die Anlage wieder in Betrieb nehmen und Bioabfälle aus der Region darin verarbeiten.

Heinrich Wallner (r.) und Wilfried Schnöll haben mit ihrer „Bio Fuel Systems GmbH“ die Amstettner Biogasanlage erworben.  |  NOEN, Hudler

Die Biogasanlage Amstetten wird im Frühjahr wieder den Betrieb aufnehmen. Die GEM (Gesellschaft für Energieversorgung und Management mbH), eine Tochter der deutschen GETEC-Gruppe, hat sie an ein in Salzburg ansässiges Unternehmen verkauft. Mitte des Vorjahres hatte die GEM die Anlage in Amstetten stillgelegt, weil der Fördervertrag mit der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) ausgelaufen war, und sie als Einspeistarif ins Stromnetz statt 15 Cent nur noch 2,2 Cent pro Kilowattstunde erhielt. „Unter diesen Umständen war der Betrieb nicht mehr kostendeckend aufrechtzuerhalten. Wir haben gehofft, dass bald eine neue Ökostrom-Regelung kommt, aber leider hat die Politik ein Jahr lang nichts zuwege gebracht. Darum haben sich unsere Eigentümer entschlossen zu verkaufen“, sagt Glöckl von der GEM.

Es gab zwei Bewerber

Zwei Bewerber hätten sich um die Übernahme der Anlage in Amstetten beworben, letztlich habe die „Bio Fuel Systems GmbH“ aus Oberalm bei Salzburg den Zuschlag erhalten. Deren Gesellschafter Heinrich Wallner und Wilfried Schnöll waren in der Vorwoche in Amstetten um die Verträge zu unterschreiben. Beide sind beruflich im Bereich der Abfallwirtschaft tätig. „Daher haben wir eine etwas andere Geschäftsphilosophie, als die GEM sie hatte.

Uns geht es nicht in erster Linie um Energieerzeugung, sondern um die Verwertung von Bioabfall. Den Strom nutzen wir für eigene Zwecke, was wir nicht brauchen, werden wir aber natürlich verkaufen“, sagt Wallner. Man habe schon Gespräche mit regionalen Entsorgern geführt und sei zuversichtlich, ausreichend Bioabfall (Speisereste, Fettabscheider, überlagerte Lebensmittel, etc.) geliefert zu bekommen. Rund 10.000 Tonnen pro Jahr können in der Anlage verarbeitet werden. „Wir sind überzeugt, dass wir die Anlage mit den Verwertungsbeiträgen, die wir für den Bioabfall bekommen und dem Verkauf der Energie gewinnbringend führen können“, so Schnöll.