Buchprojekt: „So geht es uns mit Corona“. Amstetten: In einem neuen Buch von „ASSIST“ schildern Menschen mit Behinderungen ihre Erfahrungen und Sichtweisen zur Pandemie.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 15. Dezember 2020 (06:30)
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Andrea Blumauer, Helene Ritt, dahinter Tagesstätten-Leiterin Annemarie Leberzipf sowie Stefanie Huschka sind stolz auf das Buch „80x80“ und hoffen, damit vielen Menschen Zuversicht für nach der Pandemie geben zu können.
ASSIST Amstetten

Im Jänner werden es sechs Jahre, dass „ASSIST“ eine Tagesstätte in Amstetten eröffnet hat. Derzeit werden dort 23 Kunden betreut. Dass Corona auch deren Alltag verändert hat, hat die „ASSIST“-Geschäftsleitung dazu bewogen, ein außergewöhnliches Buchprojekt zu initiieren. Unter dem Titel „80x80. Corona geht in nur 80 Tagen um die Welt: Perspektiven aus dieser Zeit“ haben 80 Menschen mit und ohne Behinderung ihre Sichtweisen zur Pandemie in Einzelbeiträgen veröffentlicht.

Darin wird berichtet, welche Chancen und Herausforderungen Menschen mit Behinderungen in der Krise sehen, wie sie – teilweise als Hochrisikopatienten – mit der Krise umgehen und was es bedeutet, mit teils schweren körperlichen Beeinträchtigungen diese Lockdown-Zeiten zu durchleben.

„Berichterstattung hat abgenommen“

„Uns war aufgefallen, dass die Berichterstattung in den Medien über Menschen mit Behinderung in Krisenzeiten weniger Aufmerksamkeit bekommen. Aufgrund der Fülle an Beiträgen und der vielen zu berücksichtigten Gruppen wie Kindergartenkinder, Schüler oder ältere Personen in Senioreneinrichtungen, blieb wenig Raum für die Covid19-Risikogruppe von Menschen mit Behinderung. Hier hätten wir uns mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Das war dann auch der Auslöser für unser Buchprojekt“, klärt Tagesstätten-Leiterin Annemarie Leberzipf auf.

ASSIST möchte mit „80x80“ auch Menschen mit Behinderung zu den sogenannten „Helden des Corona-Alltags“ machen. Gleichzeitig hofft man, dass das Buch auch Zuversicht für eine gemeinsame Zukunft nach der Pandemie gibt.

Bleibt noch eine Frage offen: Wie groß sind die Herausforderungen durch Corona eigentlich für den Betrieb der ASSIST Tagesstätte Amstetten? „Wir erleben mit der Pandemie nun schon seit mehr als acht Monaten eine sehr, sehr herausfordernde Zeit – herausfordernd für die strukturellen Gegebenheiten wie massiv verstärkte Hygienevorschriften oder verschärftes Abstandhalten“, berichtet Leberzipf. Besonders würden die Einschränkungen im zwischenmenschlichen Bereich eine große Herausforderung für Kunden und Mitarbeiter darstellen. Man versuche, auch in dieser schwierigen Zeit, die Motivation und das Positive in den Vordergrund zu stellen und so etwas Normalität zu erhalten.