Bürger erbost über illegale Autorennen. In der Waidhofner Straße wird viel zu schnell gefahren. Anrainer erzählen von illegalen Autorennen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 12. März 2019 (05:01)
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Grüne Linien am Asphalt weisen in der Waidhofner Straße auf den Verkehrsunfall hin, der dort kürzlich passierte. Ein Lenker war zu schnell unterwegs und rammte ein abbiegendes Fahrzeug. Anrainer klagen über regelmäßige Raserei und fordern Abhilfe.

Ein 20-jähriger türkischer Staatsbürger, der in Kematen wohnt, raste am Sonntag der Vorwoche auf der Waidhofner Straße mit viel zu hoher Geschwindigkeit Richtung Stadtzentrum. Zu spät bemerkte er den Wagen eines 40-jährigen Stephansharters, der vor ihm links abbiegen wollte. Der Raser versuchte noch, links vorbeizufahren, was ihm aber nicht gelang.

Er rammte den Wagen des Stephanshartes auf Höhe der Fahrertüre. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto um 180 Grad gedreht. Der Wagen des Türken schlitterte 40 Meter weiter auf den Gehsteig, wo er auch noch ein Verkehrszeichen rammte.

Der Stephansharter erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen. Sein Sohn, der im Kindersitz auf der Rückbank angeschnallt war, wurde nicht verletzt. Der türkische Lenker und sein Beifahrer wurden unbestimmten Grades verletzt. Alle Beteiligten wurden im Mostviertelklinikum Amstetten ärztlich versorgt.

Für die Anrainer der Waidhofner Straße ist dieser Unfall Anlass für einen öffentlichen Hilferuf. „Vor allem am Wochenende, aber auch in der Früh und spätabends, wird hier viel zu schnell gefahren. Immer wieder werden da sogar illegale Autorennen durchgeführt“, sagt eine Anrainerin.

Vergeblich fixes Radar gefordert

Die Frau fürchtet um die eigene Sicherheit und auch die ihrer Nachbarn. „Wenn man aus dem eigenen Grundstück ausfährt, muss man schon sehr genau schauen, mit welchem Tempo die Autos daherkommen. Wir fordern ja immer wieder, dass bei uns auch ein Radar aufgestellt wird, so wie in der Stadionstraße, aber bisher leider ohne Erfolg.“

Jene, die näher beim Kreisverkehr CCA wohnen, klagen zudem über Lärmbelästigung durch quietschende Reifen.
Auch Günter Kiermaier, Nationalrat a.D., bestätigte gegenüber der NÖN, dass die Waidhofner Straße, seitdem der neue Asphalt aufgetragen wurde, noch mehr zur Rennstrecke geworden ist. „Beim Kreisverkehr hört man die Motoren schon aufheulen und dann rasen sie stadtauswärts. Ich habe das auch schon mehrmals der Polizei mitgeteilt“, berichtet er.

Chefinspektor Oliver Zechmeister, Kommandant der Polizeiinspektion Amstetten, bestätigt, dass in der Waidhofner Straße oft zu schnell gefahren wird. „Wir führen deshalb dort auch verstärkt Kontrollen durch und sind in Kontakt mit der Landesverkehrsabteilung, damit eine Zeit lang das mobile Radar zum Einsatz kommt.“

Zechmeister weiß auch, dass in Amstetten immer wieder einmal illegale Autorennen stattfinden. „Wir haben da mehrere Hotspots. In der Waidhofner Straße, sowie auf der B121 am Haaberg und von der Leinerkreuzung Richtung Hausmening.“


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