Bürgerinitiative: Brücken sind ein No-Go. Auch Bürgerinitiative Pro Ybbs nimmt zum Amstettner Entwicklungskonzept Stellung und sieht für die Stadt einen wachsenden Naturraum als unbedingt erforderlich an.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. Februar 2017 (05:46)
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Franz Raab an der Stelle, wo im Entwicklungskonzept die Radbrücke über die Ybbs eingezeichnet ist. „Die wäre sicher sehr teuer, weil rechtsseitig eine Böschung mit 15 Metern Höhe ist – eine sinnlose Geschichte.
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Am 22. Februar wird sich der Stadtplanungsausschuss mit den Stellungnahmen zum neuen Entwicklungskonzept befassen. Nicht nur Bürger in Greimpersdorf und Wassering und die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ haben Bedenken geäußert, auch die Bürgerinitiative „Pro Ybbs“ findet einige Haare in der sprichwörtlichen Suppe.

„Natura-2000-Gebiete müssen zusammenhängend sein“

Für deren Sprecher, Franz Raab aus Euratsfeld, ist es zum Beispiel unverständlich, warum hinter der neuen Berufsschule und Wirtschaftskammer keine Siedlungsgrenzen und Immissionszonen eingezeichnet sind. „Ich wundere mich, dass dort überhaupt eine Schule gebaut werden durfte, weil am Plan eigentlich die Hochwassergrenze das Gebäude zerschneidet.“ Die Zone sei als Überflutungsgebiet der Ybbs und des Mühlbaches ausgewiesen. Dort müsste es daher, sagt Raab, eine Siedlungsgrenze mit Bauverbot geben.

Teilweise seien im neuen Entwicklungskonzept, schreibt die Bürgerinitiative in ihrer Stellungnahme, auch Siedlungsgrenzen viel zu nahe an der „Natura 2000“-Grenze – etwa im Teilbereich zwischen der geplanten Straßen- und der Radbrücke.

Die beiden Ybbsbrücken sind für Raab aber ohnehin ein No-Go. „Denn Natura-2000-Gebiete müssen kohärent (zusammenhängend) sein. Die vorgesehene Querung mitten durch die Doislau würde das Gebiet zerschneiden. Außerdem bestehen dort ein Landschaftsschutzgebiet, ein mächtiger Grundwassersee und es gibt Brunnenschutzgebiete von vier Gemeinden. Ein Brückenbau brächte Begleitdämme, Emissionen wie Salzs treuung, Reifenabrieb etc. Daher müssen sie aus dem Entwicklungskonzept entfernt werden.“

Für Raab ist unverständlich, dass die Gemeinde vor Jahren selbst ihr Kraftwerksprojekt abgeblasen und die Ybbs im Stadtbereich sogar renaturiert habe und das nun durch eine Brücke konterkarieren wolle.

„Ybbsauen ohnehin stark beeinträchtigt“

Eine weitere Renaturierung würde durch die geplanten Übergänge unmöglich und der Unterlauf der Ybbs sei ohnehin noch immer in einem sehr schlechten ökologischen Zustand. Die Bürgerinitiative sieht sich daher als Anwalt der „Lebensqualität Gemeinwohl“.

Statt durch Brücken die Natur zu beeinträchtigen bestehe, so Raab, ein extra starkes Verbesserungsgebot. „Eine wachsende Stadt wie Amstetten – Ziel sind ja 30.000 Einwohner und ein neuer Ortsteil im Osten – braucht einen wachsenden und gesicherten Naturraum. „Die Ybbs-Auen sind ohnehin durch illegale Abmeterungen und die Pflanzung von Energiewald schon stark beeinträchtigt.“