Bürgerlisten-Petition für MRT: 3.600 Unterstützer. Bürgerliste hat Unterschriften an Politik übergeben. Diese verspricht Anliegen weiterzuleiten und Dringlichkeit zu betonen.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 11. Juli 2018 (05:33)
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MRT Amstetten
Johann Holzinger, Norbert Kunz und Gerhard Zauner von der Bürgerliste „Für Amstetten“ sind nach St. Pölten zum Landtag gefahren, um Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig die Unterschriften zu übergeben. 
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Drei Monate lang war es möglich, die Petition der Bürgerliste „Für Amstetten“ für ein zusätzliches Magnet-Resonanz-Gerät zu unterzeichnen. Am Freitag der Vorwoche haben Norbert Kunz, Gerhard Zauner und Johann Holzinger nun 3.610 Unterschriften an Gesundheitslandesrätin Ulrike-Königsberger-Ludwig übergeben.

Basis für die Forderung bilden zum einen die langen Wartezeiten und zum anderen die weiten Anfahrtswege (die NÖN berichtete). Bereits vor rund 15 Jahren war die Forderung ein Thema, aufgrund von vermehrten Beschwerden hat sich die Bürgerliste entschlossen, das Thema erneut ins Gespräch zu bringen.

Drei Geräte reichen für das Mostviertel

Laut dem Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) heißt es auf Anfrage, dass der Bedarf an MRT-Geräten an den Einwohnerzahlen gemessen werde. Demnach soll im Mostviertel mit drei Geräten die Vorgabe erfüllt sein und so kein Bedarf für einen weiteren MRT bestehen. Außerdem wird erklärt, dass die Sozialversicherung seit Beginn des Jahres Vorgaben für Wartezeiten bei MR-Untersuchungen festgelegt hätte .

Dem stimmt Norbert Kunz von der Bürgerliste allerdings nicht zu. „Es ist ein leidiges Thema. Wir haben uns in der Bevölkerung umgehört und die Leute erzählen uns ja von ihren Erfahrungen. Da haben manche garantiert weitaus länger als 20 Tage gewartet. Teilweise finden die Untersuchungen dann auch noch spät in der Nacht gegen 22 oder 23 Uhr statt. Die Bevölkerung wächst und der Bedarf für MRT-Scans wird einfach größer und deshalb gehören die Kontingente für die Geräte überdacht“, erklärt Kunz.

Bedarf an MRT-Scans steigt

Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig nahm die Unterschriftenlisten zwar entgegen, betonte gleichzeitig aber auch, dass das Land da nicht zuständig sei, sondern die Verteilung der MRT im Großgeräteplan des Österreichischen Strukturplans Gesundheit des Bundes geregelt sei.

„Es stimmt schon, dass MRT-Scans beliebter werden und der Bedarf steigt, man muss aber auch dazu sagen, dass diese Art der Untersuchung nicht für alle Krankheiten am besten geeignet ist. Ich werde bei der Übergabe natürlich die Dringlichkeit betonen, kann aber nicht versprechen, dass in nächster Zeit eine Lösung für das Problem gefunden wird“, sagte die Landesrätin.

Königsberger-Ludwig weist darauf hin, dass einmal im Jahr in einer Sitzung die Verteilung von Geräten laut Großgeräteplan in ganz Österreich vereinbart wird. Diese hat für das aktuelle Jahr erst vor Kurzem stattgefunden, deshalb kann selbst, wenn die Petition erfolgreich wäre, nicht sofort ein zusätzliches Gerät angeschafft werden.

Einzugsgebiet für MRT in Amstetten sehr groß

Für die Bürgerliste ist es aber eine Notwendigkeit, über kurz oder lang ein zusätzliches Gerät für das Röntgenzentrum im Institut Stadlbauer anzuschaffen. „Das Einzugsgebiet von Amstetten ist sehr groß. Es zieht sich von Blindenmarkt über Steinakirchen, Gresten und teilweise sogar bis ins benachbarte Oberösterreich. Da ist es nicht verwunderlich, dass so lange Wartezeiten zustande kommen. Und aus ökologischer Sicht sind derart lange Strecken auch nicht optimal.“

Königsberger-Ludwig betonte, dass ein MRT eine kostspielige Investition sei und das Gerät daher auch dementsprechend ausgelastet sein müsse. Durch die festgelegten Wartefristen würde derzeit niemand zu kurz kommen und dringende Fälle natürlich bevorzugt behandelt.

Vonseiten der Bürgerliste ist man dennoch entschlossen, weiterhin Druck auszuüben: „Wenn es sein muss, können wir bis Herbst auch 10.000 Unterschriften bringen.“