Caritas-Regionalzentrum: Alles unter einem Dach

Caritas-Regionalzentrum in Amstetten bietet Raum für alle Angebote der Hilfsorganisation.

Katharina Kreisa Erstellt am 22. September 2021 | 04:47
caritas amstetten
Das Team der Sozialstation in Amstetten freut sich sehr über die neue Station, die viel Platz bietet.  
Foto: Katharina Kreisa

Mit eineinhalb Jahren Verzögerung aufgrund der Corona-Pandemie fand die Eröffnungsfeier des Regionalzentrums Amstetten für Familie und Pflege im neu adaptieren Pfarrzentrum St. Marien in Allersdorf statt. Zusätzlich feierte Caritas&Du 20 Jahre mobilen Hospizdienst. Die Segnung der Räumlichkeiten nahm Pfarrer Peter Bösendorfer vor. Anschließend gab es eine Corona-konforme Agape.

Im alten Standort in der Schulstraße boten die Räumlichkeiten lediglich Platz für das Hospiz, Hauskundenbetreuung und die Regionalleitung. Am neuen Standort wurden nun sämtliche Angebote aus dem Bereich der mobilen Pflege, der 24-Stunden-Betreuung, des Mobilen Hospizdienstes sowie der Tagesmütter und -väter zusammengeführt. Der Umzug erfolgte bereits im Dezember 2019, die Segnung aufgrund von Corona erst am Montag.

Die Einsatzleiterin der Sozialstation Amstetten-Ostarrichi, Regina Fenyvesi, betonte, dass sie mit ihrem Team, zu dem zehn diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, 13 Pflegeassistenten, zehn Heimhilfen und zwei Bürokräfte gehören, versuche, Menschen mit verschiedensten Krankheitsbildern ein selbstbestimmtes würdevolles Leben zuhause zu ermöglichen.

Gemeinsam betreuen sie in 2.600 Stunden pro Monat 150 Klienten. „Ziel ist es, diese zu entlasten. Nicht nur Verbandswechsel, Körperpflege und Hilfe bei der Mobilität sind Teil unserer Arbeit, sondern auch Alltagsbegleitung beim Spazieren, Kochen, bei Arztbesuchen sowie diverse Therapien und Demenzberatungen“, erläutert Fenyvesi. Sie freut sich ganz besonders, dass das neue Gebäude ausreichend Platz bietet, um auch persönliche Vier-Augen-Gespräche zu ermöglichen.

Raum, der Begegnung ermöglicht

Auch die Leiterin des mobilen Hospizdienstes, Edda Kaufmann, sieht den neuen Standort als stabilen Ort, der genügend Raum bietet — unter anderem für Teamabende und Teamgespräche. „Mit diesem Gebäude wurde Raum geschaffen, in dem neue Begegnungen möglich sind“, sagte sie.

Im Gespräch mit dem Generalsekretär der Caritas St. Pölten, Christoph Riedl, schildert die ehrenamtlich im mobilen Hospizdienst arbeitende Gerlinde Steinböck einen ihrer liebsten Momente. „Ein alter Herr berichtete mir, dass er früher Akkordeon gespielt habe, sodass die ganze Gaststube getanzt hat. Aufgrund seiner fortschreitenden Erkrankung fühlte er sich aber nutzlos und sein Leben schien ihm auch nichts mehr Wert zu sein“, sagt Steinböck. Beim nächsten Treffen stand das Akkordeon auf dem Tisch. „Beim Spielen sah ich, wie sehr er aufblühte. Das hat mir wahnsinnige Freude bereitet. Als ich heimging, hat er sich für meinen Besuch bedankt und gemeint, ich solle wiederkommen“, erzählt sie. Für Steinböck ist es wichtig, Menschen in Not zu helfen.

Den Abschluss des Festaktes bildeten die Dankesworte des Direktors der Caritas Diözese St. Pölten, Hannes Ziselsberger, in Vertretung von Karin Thallauer, Bereichsleiterin Familie- und Pflege der Caritas St. Pölten. „Es ist bewundernswert, wie alte Menschen hier aus der Welt verabschiedet werden“, sagte er und bedankte sich auch bei der Politik für die Unterstützung.