Corona stoppt die Perchten. Auch wenn sie ohnehin Masken tragen: Pandemie macht vor den schaurigen Gesellen nicht Halt.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 03. Dezember 2020 (04:28)
Rudi König mit seiner neuen Maske, die er in Corona-Zeiten gefertigt hat. „Ich hoffe, dass sie dann im kommenden Jahr zum Einsatz kommen wird.“
Mostviertler Königsperchten

Ob etwa die Winterwelt am Potsdamerplatz in Berlin oder der Adventmarkt des Reitvereins Geiger in Amstetten-Allersdorf – alle Auftritte der Mostviertler Königsperchten mussten wegen Corona abgesagt werden.

„Ob die geplanten Auftritte am 15. und 16. Jänner beim Leipziger Eistraum am Augustusplatz und jene am 22. und 23. Jänner beim Dresdner Winterzauber am Altmarkt stattfinden können, bezweifle ich auch stark“, so Mostviertler Königsperchten-Chef Rudi König gegenüber den NÖN.

„Dafür habe ich heuer keinen Stress beim Bauen und Restaurieren der Masken!“ Seit 1993 gibt es Rudis Perchtengruppe schon. „Es ist nun das erste Mal nach 27 Jahren, dass wir pausieren müssen!“ Obwohl es der Amstettner Perchtenkönig bedauert, dass dies der Fall ist – schließlich gehören Perchten zu unserem Kulturgut –, weiß Rudi König die Zeit gut zu nutzen. In seiner hauseigenen Werkstatt ist er gerade am Fertigen einer neuen Maske. „Ich muss nur noch das Fell überziehen, dann wäre sie einsatzbereit.“

Mit Unterbrechungen hat der Perchtenkönig nun ein halbes Jahr daran gearbeitet. Zudem hat er einige der alten Masken restauriert und quasi wieder auf Vordermann gebracht. Mittlerweile verfügen die Mostviertler Königsperchten über 20 Masken und ebenso viele Kostüme. Von Corona lassen sich die Mannen jedoch nicht unterkriegen. „Unsere Zeit kommt schon wieder“, ist sich Rudi sicher. „Wir hoffen, dass wir schon im nächsten Jahr die Kinder im In- und Ausland wieder begeistern können.“ Dann wird wohl auch die nigelnagelneue Maske mystische Atmosphäre verbreiten.