Crashlenker "massiv fahrlässig"

Erstellt am 16. Dezember 2014 | 06:03
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Richter mit Gesetzbuch bei Gericht
Foto: NOEN, www.BilderBox.com
Alkoholisiert krachte ein 31-Jähriger in ein Auto. Nun kassierte er sechs Monate bedingt und 9.600 Euro Strafe.
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„Nach Mitternacht bin ich bei Amstetten-West von der Autobahn abgefahren. Er ist mir schnell entgegengekommen. Ich bin gleich runter vom Gas, hab’ nur mehr Lichter gesehen, und schon hat’s gekracht“, erzählt ein 35-jähriger Amstettner im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Bei dem Crash wurde der Pizzalieferant schwer verletzt, erlitt Knochenbrüche, musste drei Mal operiert werden und leidet noch heute. „Mein Auto hat’s zur Seite geschmissen, der Airbag ist aufgegangen. Ich stand unter Schock, wollte aussteigen, aber die Tür hat geklemmt“, so das Opfer weiter. Der Unfalllenker sitzt nun auf der Anklagebank, er hatte heuer im August fast ein Promille im Blut.

"Beeinträchtigt hab’ ich mich nicht gefühlt"

„Ein paar Bier hab’ ich getrunken, beeinträchtigt hab’ ich mich nicht gefühlt“, erklärt der 31-Jährige aus dem Bezirk Amstetten vor Richterin Doris Wais-Pfeffer. Zu schnell war er jedenfalls unterwegs.

„Es hat geregnet, es war Aquaplaning, er kam ins Schleudern, geriet auf die Gegenfahrbahn, prallte in das Auto“, wirft der Staatsanwalt vor. Hilfe holte nach dem Unfall ein anderer Verkehrsteilnehmer.

Sechs Monate bedingt und 9.600 Euro Strafe

Das letzte Wort des Angeklagten? „Leider lässt es sich nicht rückgängig machen“, bedauert er und versichert, sich nicht mehr alkoholisiert hinters Steuer zu setzen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen wird der bislang Unbescholtene zu sechs Monaten bedingt und 9.600 Euro unbedingter Strafe verurteilt. Zahlt er diese nicht, muss er 60 Tage absitzen.

„Heftig!“ meint der Angeklagte dazu. Die Richterin erklärt: „Die Geldstrafe richtet sich nach dem Einkommen.“ Und sie gibt zu bedenken: „Es handelt sich um ein massives Fahrlässigkeitsdelikt. Dafür wäre noch vor ein paar Jahren Gefängnis verhängt worden!“

Noch nicht geklärt ist, wie viel Schmerzensgeld der Unglückslenker an den Verletzten zahlen wird müssen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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