Das „Bürgerkraftwerk“ ist auf Schiene. Stadtgemeinde will Dächer für die Errichtung von PV-Anlagen zur Verfügung stellen. Bürgerbeteiligungsmodell kommt.

Von Peter Führer. Erstellt am 09. Mai 2017 (05:11)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
VP-Vizebürgermeister Dieter Funke, SP-Bürgermeisterin Ursula Puchebner und SP-Stadtrat Laurentius Palmetzhofer (v.l.) wollen dem Gemeinderat gemeinsam vorschlagen, geeignete Dachflächen für ein Bürgerbeteiligungsprojekt kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Peter Führer

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch (nach Redaktionsschluss) dürfte der nächste Schritt für ein Bürgerbeteiligungskraftwerk gesetzt werden. Die Stadtgemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, auf geeigneten Dächern Photovoltaik-Anlagen zu installieren.

Bürger können sich mit 150 Euro beteiligen

Die Errichtung, Finanzierung und der Betrieb dieser Anlagen sollen in Form eines Bürgerbeteiligungsmodells — in Kooperation mit privaten Anbietern — erfolgen.

Die Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, sich an den Anlagen durch den Erwerb von Modulen à 150 Euro zu beteiligen. Im Gegenzug sollen sie an den Erträgen mit einer jährlichen Rendite von zwei bis drei Prozent beteiligt werden.

Nach Ablauf der Nutzungsverträge – vorgesehen sind 20 Jahre – sollen die Photovoltaikanlagen kostenlos in das Eigentum der Gebäudeinhaber zur weiteren Nutzung (bis zu 15 Jahren) übergehen. Eine Realisierung des Projektes hängt allerdings noch vom Zustandekommen der Förderverträge mit der Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) ab.

Im Gemeinderat werden wohl Weichen gestellt

Dieses Modell wird dem Gemeinderat in der Mittwoch-Sitzung zur grundsätzlichen Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Umsetzung eines sogenannten „Bürgerbeteiligungskraftwerks“ wurde in der Vergangenheit bereits öfters von VP-Stadtrat Dieter Funke gefordert. Er schlug – die NÖN berichtete – eine Anbringung von Photovoltaikelementen am Parkhaus des Landesklinikums vor.

„Dieses Kraftwerk ist eine Urforderung der ÖVP. Leider sind wir jahrelang auf taube Ohren gestoßen. Ich bin froh, dass nun breite Zustimmung zu herrschen scheint“, so Funke.

Von der SPÖ wurde in der Vergangenheit stets auf die zu diesem Zeitpunkt mangelnde Rentabilität des Projekts hingewiesen. Die Voraussetzungen hätten sich nun allerdings geändert und daher stehe nun dem nächsten Schritt zum Bürgerbeteiligungskraftwerk nichts mehr im Wege.