Debatte um Abholzung: „Bäume waren schon eine Gefahr“. Debatte um Schlägerung oberhalb der Kirche stößt auf Kritik. Laut Pfarrer Bösendorfer war sie nötig.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. März 2021 (05:02)
Die Schlägerungen am Hang oberhalb der Kirche St. Stephan waren laut Pfarrer Peter Bösendorfer unvermeidlich. Etliche Bäume waren am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und eine Gefahr für Spaziergänger. 
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Sehr „besorgniserregend“ sind für Jürgen Hablesreiter die Schlägerungen am Hang oberhalb der Stadtpfarrkirche St. Stephan. „Der Blick auf die Kirche und das ganze Stadtbild verschlechtert sich dadurch aus meiner Sicht erheblich. Der Spazierweg oberhalb des Hanges bietet nun keinen wirklichen Rückzug mehr. Die Bäume als Schattenspender und die Möglichkeit, sich im Freien abzukühlen, wurde damit zunichtegemacht. Gerade hier, so nahe am Stadtzentrum, sollten Naturflächen besonders geschützt und sorgfältig behandelt werden“, sagt er. Durch das Entfernen der großen Bäume stelle sich auch die Frage bezüglich Hangstabilität.

Pfarrer Peter Bösendorfer versichert, dass dies alles vor Beginn der Arbeiten bedacht worden sei. An den Schlägerungen am Hang, der im Besitz der Pfarre ist, habe aber kein Weg vorbeigeführt. „Es ist da 60 Jahre lang praktisch nichts geschehen, und es standen dort viele alte Bäume, die am Ende ihrer Lebensdauer angekommen waren. Zwei Hainbuchen zum Beispiel: Da blutet mir selber das Herz, dass wir die fällen lassen mussten. Aber der eine Stamm war innen schon hohl und der andere sehr morsch“, berichtet er. Entnommen werden mussten auch etliche Eschen, die vom Pilz befallen waren und jederzeit hätten umstürzen können.

„Von außen sieht man das den Bäumen nicht an, aber sie waren schon eine Gefahr. Wir sind auch für die Sicherheit der Spaziergänger verantwortlich und müssten natürlich haften, wenn etwas passiert“, sagt Bösendorfer. Was gemacht wurde, sei notwendig gewesen, um Menschen und auch Gebäude zu schützen. Einige Bäume hätten sich ja schon bedrohlich nach unten geneigt.

Der Pfarrer versichert aber, dass der Wald erhalten werden soll. „Es kommen da ja von selbst junge Bäume auf, die auch den veränderten Klimabedingungen standhalten können, und wir werden sie in den nächsten Jahren natürlich hegen und pflegen. Auf der kahlen, etwa 20 Meter großen Fläche, die es ohnehin schon gegeben hat, werden wir zudem neue Bäume pflanzen“, sagt Bösendorfer.