Der lange Weg des Wassers. Amstettens Wassermeister Wolfgang Hackl verrät, wie das Wasser in die Häuser kommt.

Von Peter Führer. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:19)
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Wassermeister Wolfgang Hackl, Stadtrat Heinz Ettlinger und Stadtwerke-Direktor Jürgen Hürner im neuen Wasserwerk in Allersdorf, das heuer in Betrieb ging. Die Stadt Amstetten versorgt über den Gemeinde-Wasserleitungsverband übrigens auch Viehdorf und Oed-Öhling mit. Winklarn hat ebenfalls „Amstettner“ Wasser.
Stadtwerke

Anhaltende Dürreperioden, steigender Wasserverbrauch – etwa aufgrund von Poolbefüllungen: Die Sicherstellung der Wasserversorgung stellt viele Gemeinden zunehmend vor Herausforderungen. So beklagte man in der Vergangenheit mancherorts immer wieder Wassermangel, beispielsweise in Strengberg. Ein niedriger Grundwasserspiegel sorgt auch im Enns-Donauwinkel immer wieder für Sorgen. Hier hat man den Regen der vergangenen Wochen mit offenen Händen empfangen.

Doch wie gelangt das Wasser – wenn es ausreichend vorhanden ist – von unter der Erde überhaupt in die Häuser und Wohnungen? Die NÖN fragte bei Amstettens Wassermeister Wolfgang Hackl nach und sah sich an, was hinter einer funktionierenden Wasserversorgung steckt.

Aus 15 Metern Tiefe nach oben gepumpt

„Wir holen das Wasser von Ufer-Begleitströmen der Ybbs aus zehn bis 15 Metern Tiefe mit großen Brunnenanlagen und Unterwasserpumpen nach oben. Insgesamt haben wir sechs Förderungsanlagen, darunter eine Quelle am Haaberg, die 1893 in Betrieb gegangen ist. Die Quelle war der Beginn der Wasserversorgung in Amstetten“, betont Hackl.

Von den Anlagen führt der Weg durch die Hauptwasserleitungen Richtung Häuser. 269 Kilometer an solchen Hauptwasserleitungen gibt es alleine in der Stadt Amstetten. Die müssen freilich permanent gewartet werden. Etwa zwei bis drei Kilometer tauscht man jährlich aus. Dazu kommen 18 Drucksteigerungsanlagen, damit auch die höher gelegenen Stadtbereiche abgedeckt werden können. „Man glaubt ja gar nicht, wie hügelig Amstetten ist“, schildert dazu Hackl.

Wasserbehälter erfüllen gleich drei Zwecke

Von zentraler Bedeutung sind weiters die sechs Wasserbehälter. Sie erfüllen drei Zwecke. „Erstens helfen sie bei der Druck-Konstanthaltung. So gibt es am Hauptplatz immer den selben Wasserdruck. Zweitens können mit den Behältern Tagesspitzen abgedeckt werden. Ab 17 Uhr ist der Verbrauch am höchsten. Und drittens bieten die Behälter eine Wasserreserve für Feuerwehrlöschfahrzeuge“, erläutert Hackl. Dank der umfangreichen Infrastruktur werden etwa 6.240 Hausanschlüsse mit Trinkwasser versorgt. Das sind 96 Prozent der Haushalte. Die restlichen Häuser verfügen über einen Brunnen.

Um die Wasserqualität sicherzustellen, sind permanente Sanierungsarbeiten notwendig. Außerdem wird intensiv kontrolliert. „Zu uns kommt vier mal jährlich das Wiener Hygieneinstitut und nimmt Proben aus den Brunnen, Behältern und bei einzelnen Abnehmern, meistens Schulen. Scheint da irgendwo eine Verunreinigung auf, müssen wir natürlich sofort informieren und die notwendigen Schritte setzen. In der Vergangenheit haben wir aber keine Probleme gehabt. Es wird uns immer eine Top-Wasserqualität bescheinigt“, verrät Hackl.

Das hängt einerseits mit der erfolgreichen Arbeit der Abteilung zusammen, andererseits profitiert man von der guten Grundwasser-Qualität. So kann – auch dank der notwendigen Schutzgebiete rund um die Wasserförderanlagen – das Wasser ohne Zusätze zum Trinken verwendet werden. Der Verbrauch liegt laut Hackl übrigens konstant bei zwei Millionen Kubikmetern pro Jahr. Zwar gebe es mehr Poolbefüllungen, andererseits würden jedoch diverse Haushaltsgeräte sparsamer werden.

„In den nächsten zwanzig bis 25 Jahren werden wir bei der Wasserversorgung keine Probleme haben. Sollte die Anzahl der Swimmingpools aber stark steigen, könnte es aber notwendig sein, das Befüllen zeitlich zu regeln“, erläutert der Wassermeister.

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