Die Miliz ist eingerückt

Amstetten: Rund 150 Soldaten absolvieren in der Kaserne kurze Ausbildung, dann folgt der Assistenzeinsatz an tschechischer Grenze.

Erstellt am 06. Mai 2020 | 04:35
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Das Ausfassen der Ausrüstung war für die Milizsoldaten einer der ersten Programmpunkte am Montagmorgen.
Foto: Jürgen Gerstner

Mit 4. Mai wurde aufgrund der Coronakrise österreichweit erstmals die Miliz für einen Einsatz einberufen. In Niederösterreich sind das drei Kompanien. Die 1. Jägerkompanie des Jägerbataillons NÖ rückte am Montagmorgen in die Amstettner Ostarrichikaserne ein.

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Vor dem Betreten der Ostarrichi-Kaserne mussten die Milizsoldaten montagfrüh natürlich einen Gesundheitscheck absolvieren.
Jürgen Gerstner

Schon in der Vorwoche hatten dort der Kommandant und Fachpersonal Dienstantritt, um gemeinsam mit den Berufssoldaten alle Vorbereitungen zu treffen. „Da ging es um organisatorische Maßnahmen aber auch um die Umsetzung der geplanten zweieinhalbwöchigen Ausbildung. Dafür gibt es ja genaue Vorgaben des Militärkommandos“, berichtet Kasernenkommandant Oberst Rudolf Halbartschlager.

Am Montagmorgen trafen dann etwa 150 Milizsoldaten in der Kaserne ein. Sie werden dort auf ihren sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz vorbereitet. Ihre Aufgabe wird bis Ende Juli die Überwachung des Grenzraumes zu Tschechien sein. Unter anderem üben die Milizsoldaten die Kontrolle von Personen und Kraftfahrzeugen und natürlich gibt es auch Schieß- und Nahkampftraining – soweit dies in Coronazeiten eben möglich ist. „Die Milizsoldaten haben das ja alles schon einmal erlernt, aber es muss aufgefrischt werden, bevor sie in den Einsatz gehen“, sagt Halbartschlager.

Beim Einrücken mussten sich die Milizsoldaten einem genauen Gesundheitscheck unterziehen. Beim Kasernentor wurde Fieber gemessen und ein Sanitäter führte ein sanitätsdienstliches Gespräch mit jedem der Milizsoldaten. „Nur wer unauffällig war und sich gesund fühlte, kam in die Kaserne“, berichtet Halbartschlager.

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In der Kaserne erhielten die Milizsoldaten natürlich eine erste Einweisung und Informationen über die bevorstehenden Ausbildungswochen.
Jürgen Gerstner

Der Kasernenkommandant und sein Team werden sich in den nächsten Wochen nicht über Arbeitsmangel beklagen können. Denn neben der Schulung der Milizsoldaten und der Bereitstellung des dafür nötigen Materials, läuft in der Ostarrichikaserne parallel noch die Ausbildung von 100 Kaderanwärtern.

Für 12. Mai hat sich übrigens Verteidigungsministerin Klaudia Tanner zum Besuch der Milizsoldaten angesagt.