Die Zivildiener helfen, wenn Not am Mann ist. Junge Männer können ihren Zivildienst auch in Form der „Sozialhilfe in der Landwirtschaft“ ableisten.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 23. August 2018 (05:19)
Heribert Hudler
Direktor Gerhard Altrichter und Landtagsabgeordneter Anton Kasser freuen sich, dass junge Staatsbürger am Mostviertler Bildungshof ihre Ausbildung zum „Sozialhelfer in der Landwirtschaft“ ableisten können.

Ob am Bergbauernhof in knapp tausend Metern Seehöhe oder beim Getreidebauern im Mostviertel – das Einsatzgebiet der „Zivildiener in der Landwirtschaft“ kennt keine Grenzen.

„Die Fachschule Gießhübl bietet als einzige Schule in Niederösterreich Kurse für Zivildiener an. Sie werden als landwirtschaftliche Betriebshelfer eingesetzt“, berichtet Direktor Gerhard Altrichter und freut sich, diesen Kurs anbieten zu können.

„Das Ziel ist, dem Zivi braucht man nichts anschaffen, der sieht die Arbeit.“

Direktor Gerhard Altrichter

„Sie müssen dort mithelfen, wo Not am Mann ist. Speziell nach schweren Schicksalsschlägen und in Notsituationen sind die jungen Männer, die ihren Zivildienst in Form der ,Sozialhilfe in der Landwirtschaft‘ leisten, eine große Stütze für bäuerliche Familien und jene Bauernhöfe, wo sie zum Einsatz kommen“, ergänzt Landtagsabgeordneter Anton Kasser.

Der Zivildienst in der Landwirtschaft ist zusätzlich zm Einsatz der Dorfhelferinnen ein wichtiger Weg, um in Not geratenen Bauersfamilien zu helfen. Der Zivildiener kann bis zu drei Monate auf einem landwirtschaftlichen Betrieb tätig sein.

Voraussetzung ist Motivation. „Alle Burschen müssen hoch motiviert sein, sonst kann diese Arbeit wohl kaum geleistet werden. Vorbildung ist wichtig und notwendig, im Kurs gibt’s den letzten Feinschliff zum sogenannten Betriebshelfer. „Wobei alle Anwärter bereits breite Vorkenntnisse in Sachen Landwirtschaft und einen Traktorführerschein mitbringen müssen“, sagt Altrichter. Es wird kein Lehrsaalunterricht angeboten, Praxis und die Umsetzung des erworbenen Wissens in die praktische Tätigkeit stehen im Mittelpunkt der Ausbildung. In einer Woche wird das Wissen in Forsttechnik, Melken, Landmaschinentechnik, Traktorfahren, Tierführung, Einstellung und Wartung von Maschinen sowie Unfallverhütung aufgefrischt.

Sollte das Interesse bestehen, den Zivildienst in Form der „Sozialhilfe in der Landwirtschaft“ abzuleisten, wird ersucht, sich nach dem Erhalt des Bescheids über die Zivildienstpflicht beim NÖ Bauernbund und auch bei der NÖ Landesregierung zu melden. Informationen zur „Sozialhilfe in der Landwirtschaft“ gibt es im Rechts- und Sozialreferat des NÖ Bauernbunds unter sozialreferat@noebauernbund.at oder 02742/9020-2l30.