Diskussion: Neue Ideen für den CityBus. Fahrplanausweitung dürfte nicht so rasch möglich sein. Parteien überlegen daher Alternativen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Dezember 2018 (05:16)
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Die Ausweitung der Fahrzeiten des CityBusses dürfte sich nicht kurzfristig realisieren lassen. Die ÖVP will aber zumindest rasch die zum Teil eher
Anton Kovacs

Mit Dringlichkeitsantrag machten die Grünen im Verkehrsausschuss die Ausweitung der CityBus-Fahrzeiten zum Thema. Sie erhoffen sich damit, die Zahl der Pendler zu reduzieren, die mit dem Auto zum Bahnhof fahren und sich dort um einen Parkplatz rittern.

Doch das Vorhaben dürfte sich nicht zeitnah durchführen lassen. „Offenbar steht im Vertrag der Stadt mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), dass eine Fahrplanänderung erst 2020/21 möglich ist. Das wird gerade geprüft“, sagt Gemeinderätin Sarah Huber.

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Markus Brandstetter (VP) will die Bushaltestellen attraktiver gestalten.
ÖVP

Sollte dem so sein, dann müsse man sich andere kurzfristige Maßnahmen überlegen, um den Verkehr in der Innenstadt und den Parkdruck beim Bahnhof zu mindern. „Eventuell kann man dann ja das CityAST stärken, weil die Taxiunternehmen sicher flexibler sind als der Verkehrsverbund. Wir haben auch schon angeregt, Pendlerparkplätze am Stadtrand zu schaffen und die Leute mit Shuttles zum Bahnhof zu bringen“, erklärt die Grün-Politikerin. Die Stadt müsse da eben auch Geld in die Hand nehmen.

„Mobilitätsbotschafter“ einsetzen

VP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter will die Zeit bis zu einer möglichen Ausweitung des CityBusfahrplanes ebenfalls nutzen. „Der öffentliche Verkehr beschert den Stadtwerken jetzt ja schon über eine halbe Million Euro Abgang. Die Kampagne, die vor einiger Zeit durchgeführt wurde, damit mehr Leute auf den CityBus umsteigen, war leider nicht einmal ansatzweise erfolgreich. Vielleicht sollten wir daher das Fahren mit dem Bus für eine gewisse Zeit überhaupt frei geben, damit die Leute ihn tatsächlich einmal probieren“, stellt der VP-Mandatar durchaus kühne Ideen zur Diskussion.

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Sarah Huber (Grüne) kann sich Pendler-Parkplätze am Stadtrand vorstellen.
Grüne

Eine unbedingt notwendige Maßnahme ist für Brandstetter die Einführung eines elektronischen Anzeige-Systems bei den Haltestellen, um die Passagiere über die Wartezeit bis zur Ankunft des nächsten Busses zu informieren. „Handlungsbedarf haben wir aber auch bei den Haltestellen selbst. Sie sind ja sozusagen das Eintrittstor zum CityBus, zum Teil aber in so schlechtem Zustand, dass sie mögliche Fahrgäste eher abschrecken“, kritisiert der VP-Politiker. Er plädiert für ein einheitliches Erscheinungsbild und kann sich auch vorstellen, als Service für die Passagiere, bei den Haltestellen Ladestationen für Handys anzubringen. Technisch sei das durchaus machbar.

„Die ÖVP arbeitet bereits an einem umfassenden Konzept zum Thema CityBus, das wir in die Diskussion einbringen werden“, betont Brandstetter. Er schlägt auch vor, sogenannte „Mobilitätsbotschafter“ einzusetzen, die der Stadt regelmäßig Bericht über ihre Erfahrungen in Sachen Verkehr erstatten. Brandstetter erinnert auch an seine online-Pendler-Umfrage, an der sich schon mehr als 300 Personen beteiligt haben. „Auch da gibt es viele Anregungen für den CityBus.“

„Dürfen nichts über das Knie brechen“

Auch SP-Verkehrssprecher Bernhard Wagner ist in Sachen CityBus durchaus gesprächsbereit. „Die Stärkung des öffentlichen Verkehrs ist mir natürlich ein Anliegen. Allerdings darf man nichts über das Knie brechen. Zum einen gibt es Verträge, die einzuhalten sind, zum anderen ist es ja nicht damit getan, einfach nur zu sagen, der Citybus fährt künftig früher oder öfter. Man muss sich da auch die Linienführung genau anschauen. Dafür braucht es entsprechende Erhebungen.“

NEOS-Mandatar Roman Kuhn kann sich vorstellen, morgens mehr Busse fahren zu lassen, und die Frequenz untertags dafür zu vermindern. „Wir wissen ja, dass die meisten Leute um sieben Uhr zu den Zügen wollen. Untertags hat der Bus hingegen oft wenig Passagiere.“