Droge war nicht Ursache für Unfall. Unter Einfluss von Cannabis soll Bursche in Auto gekracht sein. Richterin sieht das anders. 1.180 Euro Geldstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 11. Juli 2018 (05:43)
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Nach dem Konsum von Cannabis soll sich ein 21-Jähriger hinter das Steuer seines Autos gesetzt haben und beeinträchtigt durch die Droge in Amstetten einen Crash mit einer Verletzten verursacht haben. Wegen grob fahrlässiger Körperverletzung sitzt er nun vor Gericht.

Zum Unfall ist der Angeklagte aus Kematen geständig, beeinträchtigt sei er aber zum Tatzeitpunkt nicht gewesen. „Vier Tage davor habe ich einen Joint geraucht“, sagt er. Und erklärt, weshalb er ein Abbiegeverbot missachtet und eine Sperrlinie überfahren hat und dann mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert ist: „Ich bin in Amstetten von der Autobahn abgefahren, da war ein Stau und ich musste dringend auf die Toilette.“ Bei dem Crash wurde eine 28-Jährige verletzt, sie erlitt einen Wadenbeinbruch und Prellungen.

Ob der Angeklagte auffällig war? „Schläfrig war er und zu cool“, sagt ein Polizist im Prozess. Beeinträchtigung stellte auch eine Amtsärztin nach dem Unfall fest. Ein gerichtlich beeideter Gutachter hingegen traue sich nicht, „das mit erforderlicher Sicherheit als Unfallursache festzustellen“. Die Richterin folgt dem Gutachter, grobe Fahrlässigkeit liege dennoch vor: „Es liegt ein doppelter Verstoß vor, die Verkehrstafel wurde missachtet und die Sperrlinie überfahren. Ich glaube, dass der Angeklagte einen Abschneider nehmen wollte“, sagt sie. Das Urteil: 1.180 Euro Geldstrafe. Nicht rechtskräftig.