Firmen fordern kürzere Mittagsruhe. Vor allem Gewerbebetriebe drängten die Stadt darauf, die Ruhezeit von zwei auf nur eine Stunde zu verkürzen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 05. Oktober 2019 (03:25)
juefraphoto/Shutterstock.com
Symbolbild

Der Gemeinderat hat eine Abänderung der Umweltschutzverordnung beschlossen. Bisher war darin die Verwendung und der Betrieb von lärmerzeugenden Maschinen, Geräten wie Rasenmähern, Motorspritzpumpen, Ketten- und Kreissägen etc. in Wohngebieten in der Zeit von täglich 22 bis 6 Uhr sowie 12 Uhr bis 14 Uhr, an Samstagen ab 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganztägig verboten.

In letzter Zeit häuften sich die Beschwerden deswegen – vor allem von Firmen, die mit Arbeiten bei Privathäusern beschäftigt sind. Sie können und wollen ihre Mitarbeiter nicht einfach zwei Stunden auf Mittagspause schicken.

„Nur weil man etwas darf, heißt es ja auch nicht, dass es dann gleich jeder macht.“Ex-FP-Gemeinderat Manuel Ingerl

Im Verwaltungsausschuss einigten sich die Parteien daher darauf, die Mittagsruhe zu verkürzen: von 12 bis 13 Uhr. Ex-FP-Gemeinderat Manuel Ingerl und Neos-Mandatar Roman Kuhn war das zu wenig. Sie plädierten dafür, die Mittagspause gleich ganz abzuschaffen. „Ich glaube, dass sie nicht mehr zeitgemäß ist und in der Praxis ohnehin nicht eingehalten wird. Gerade Betriebe, die Garten- und Landschaftspflege machen, werden davon unnötig behindert“, erklärte Kuhn. Ingerl betonte: „Nur weil man etwas darf, heißt es ja auch nicht, dass es dann gleich jeder macht.“

Vizebürgermeister Michael Wiesner verwies darauf, dass es in der Bevölkerung zu diesem Thema unterschiedliche Ansichten gebe. „Wir wollten nicht einen völligen Tabubruch machen. Die Diskussion darüber kann und wird aber sicher weitergehen“, sagte der SP-Politiker.

Für VP-Vizebürgermeister Dieter Funke ist die eine Stunde Mittagsruhe ein „Kompromiss. Wir kommen damit den Firmen entgegen, aber auch jenen – vor allem älteren Menschen – die im Sommer mittags im Garten eine Siesta halten.“

Detail am Rande: Für Kopfschütteln sorgte im Gemeinderat Ex-FP-Stadträtin Brigitte Kashofer mit ihrem Vorschlag, die Ruhezeit am Abend von 22 auf 20 Uhr vorzuverlegen.