Frauenhaus bekommt mehr Geld. Das Land NÖ wendet für Sicherheitsmaßnahmen der Frauenhäuser, so auch für Amstetten, insgesamt 100.000 Euro auf.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 06. September 2019 (05:47)
Doris Schleifer-Höderl
Maria Reichartzeder, Eveline Atschreiter und Christa Mayr freuen sich über den zusätzlichen Geldbetrag des Landes NÖ, um die Sicherheitsmaßnahmen im Frauenhaus zu erhöhen bzw. zu modernisieren. „Der Schutz der Frauen und Kinder muss gewährleistet sein!“

„Wir freuen uns und sind dankbar, dass wir auf Grund einer Analyse der Frauenhäuser vom Land Niederösterreich einen zusätzlichen Geldbetrag für weitere Sicherheitsmaßnahmen erhalten“, berichtet Maria Reichartzeder vom Frauenhaus Amstetten. Für alle sechs Frauenhäuser in Niederösterreich werden 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Wieviel wir davon erhalten, wissen wir noch nicht genau. Wir müssen aber Kostenvoranschläge, in unserem Fall für eine Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich, Fenstergitter auch in den Büroräumlichkeiten sowie für weitere Überwachungskameras, bis 15. September beim Land einreichen.“

Abgeschlossen soll die Modernisierung bzw. die Erweiterung der Sicherheitsmaßnahmen noch heuer werden – eine dringende Notwendigkeit, wie Maria Reichartzeder und ihre Kollegen finden.

„Schlussendlich sind wir eine Schutzeinrichtung für misshandelte Frauen und Kinder, es geht hier um ihre Sicherheit. Bis dato hatten wir heuer bereits 25 Frauen mit ihren 27 Kindern bei uns, zurzeit sind es neun Frauen und sieben Kinder.“ Somit seien die Auslastung und auch die Notrufe im ersten Halbjahr 2019 extrem hoch. „Besonders im Juni gab es an manchen Tagen mehrere Notrufe. Wir mussten sogar an andere Frauenhäuser verweisen.“

Die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich, um die betroffenen Frauen vor weiteren Übergriffen zu schützen. „Vor vielen Jahren hat ein Mann ein Baby aus dem Frauenhaus entführt. Der Mann wurde von der Polizei aufgegriffen und das Kind der Mutter zurückgebracht, aber seither haben wir Fenstergitter“, so Maria Reichartzeder.

„Wir haben natürlich auch eine Direktleitung zur Polizei. Denn es kann schon vorkommen, dass versucht wird, sich Zutritt zum Haus zu verschaffen. Das ist schon beängstigend und verstört die Frauen sehr. “