Freiwilliger Zivildienst:„Musste nicht lange überlegen"

Erstellt am 16. April 2020 | 04:34
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Fabian Palzer wird noch bis Ende Juni seinen außerordentlichen Zivildienst beim Roten Kreuz Amstetten versehen. „Für mich stand sofort fest, wenn ich helfen kann, dann helfe ich!“
Foto: Doris Schleifer-Höderl
Der Amstettner Fabian Palzer hat sich freiwillig zum außerordentlichen Zivildienst in Zeiten von Corona gemeldet.
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„Ich habe nicht lange überlegen müssen! Nachdem ich mit meiner Freundin alles geklärt hatte, habe ich mich mit meinem Arbeitgeber besprochen und die Bewerbung abgeschickt“, berichtet Fabian Palzer. Der 24-jährige Hausmeninger ist bei einem Versicherungsmakler angestellt und befand sich bereits zwei Wochen im Homeoffice, als er von der Möglichkeit des außerordentlichen Zivildienstes im Rahmen der Coronakrise erfuhr.

Bereits von Juli 2015 bis März 2016 war Fabian als Zivi beim Roten Kreuz. „Das hat mir damals echt gut gefallen. Daher war es für mich im Grunde sonnenklar, mitzumachen, als ich hörte, dass man sich als ehemaliger Zivildiener in dieser Krisenzeit melden kann, um freiwillig nochmals für drei Monate mitzuarbeiten“, so Fabian Palzer.

Stolze Familie stand hinter der Entscheidung

Nicht nur Fabians Arbeitergeber, sondern auch seine Freundin und seine Eltern standen zu seiner Entscheidung. „Meine Eltern sind sogar richtig stolz auf mich. Auch meine Bekannten und Freunde fanden meine Idee lässig. Wenn ich jetzt Leuten erzähle, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe, dass ich bis Ende Juni wieder beim Roten Kreuz bin, dann ernte ich nur Zuspruch und sie finden es eine coole Sache. Das motiviert dich natürlich noch mehr.“

Seit 1. April trägt Fabian nun wieder seine Rot-Kreuz-Uniform und kommt im Rettungsdienst und im Bereich der Krankentransporte zum Einsatz. „Irgendwie klingt es seltsam, aber auch nach fünf Jahren war ich sofort wieder im Tun drinnen. Was man einmal gelernt und verinnerlicht hat, legt man eben nicht mehr ganz ab. Natürlich muss man manches wieder auffrischen, aber das geht dann ziemlich rasch.“

In Zeiten wie diesen müsse die Gesellschaft zusammenhalten und jeder seinen Beitrag leisten, ist Fabian überzeugt. „Da kann man sich einfach nicht ausnehmen, zumindest sehe ich das so. Entscheidend sollte immer das eigene Gefühl sein. Wenn es einem sagt, mach´ dass jetzt, dann sollte man es auch machen. Bloß nicht Angst vor neuen Herausforderungen haben. Mithelfen zu wollen ist nie verkehrt.“

Kann sich Fabian vorstellen, als Freiwilliger beim Roten Kreuz zu bleiben? „Ich habe schon vor Corona länger überlegt, das zu tun. Ich spiele zwar Fußball beim SCU Ardagger, aber das würde ich sicher unter einen Hut bringen. Ja, vielleicht mach´ ich das wirklich.“ Und was nimmt er ansonsten noch von der Coronakrise für sich mit? „Jeden Tag mit seinen liebsten Menschen genießen und sich an den kleinen Dingen erfreuen. Dankbar sein dafür, dass wir so einen hohen Lebensstandard und so ein großartiges Gesundheitssystem haben. Meine Freundin und ich haben zudem schon immer Wert auf saisonale und regionale Lebensmittel gelegt und werden das in Zukunft noch intensivieren. Und es wäre schön, wenn wir alle die Solidarität auch nach der Krise weiterhin in unser Leben integrieren könnten.“

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