„Fritzl-Haus“ wurde neu belebt. Brauhofwirt Herbert Houska hat ehemaliges „Horrorhaus“ in ein schmuckes Wohngebäude mit adretter Fassade verwandelt. Alle zehn Wohnungen sind bereits vermietet.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 26. Juni 2017 (09:15)
Hermann Knapp
Herbert Houska hat das ehemalige „Horrorhaus“ in ein schmuckes Wohnhaus mit ansprechender Fassade verwandelt. Zehn Mietwohnungen sind darin untergebracht. Sie alle sind bereits vermietet und die meisten Bewohner auch schon eingezogen.

„Ich sehe das auch als einen Beitrag zur Aufarbeitung eines düsteren Stücks Am stettner Geschichte. Es ist Zeit, nach vorne zu schauen“, sagt Brauhofwirt Herbert Houska. Seine Frau und eine Geschäftspartnerin haben im Vorjahr das „Fritzlhaus“ in der Ybbsstraße erworben.

„In zwei, drei Jahren wird kein Mensch mehr vom ehemaligen Horrorhaus reden“Herbert Houska

Im Jahr 2008 hatte das Gebäude weltweit als „Horrorhaus“ Schlagzeilen gemacht, weil Josef Fritzl seine Tochter Elisabeth im Keller 24 Jahre lang gefangen gehalten und sieben Kinder mit ihr gezeugt hatte.

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Fritzl-Haus "neu": Die neue Hausfront in der Ybbsstraße.

Für Houska war es höchst an der Zeit, dass mit dem Gebäude etwas geschieht. Im Dezember 2016 hat er daher einen Umbau begonnen. „Und inzwischen hat es sich in ein freundliches Wohnhaus verwandelt. Ich bin mir sicher, dass in zwei, drei Jahren kein Mensch mehr vom ehemaligen Horrorhaus reden wird“, sagt der Gastronom.

Als seine Frau die Liegenschaft im Vorjahr erwarb, war das mediale Echo weltweit groß und die Schlagzeilen oft nicht freundlich: „Aber seit wir die Fassade erneuert haben, haben die internationalen Medien das Interesse verloren. Jetzt könnte man nur eine positive Geschichte über das Haus schreiben und das ist offenbar weniger interessant“, sagt Houska.

Wohnungen in allen Größen: „Sind bereits alle vergeben“

Zehn Mietwohnungen stehen im Haus nun zur Verfügung – mit einer Größe zwischen 25 und 88 Quadratmetern. „Es sind bereits alle vergeben, die meisten Mieter sind auch schon eingezogen. Gerade für die kleineren Wohnungen hatte ich sogar jeweils mehrere Bewerber“, sagt der Amstettner Gastronom.

Die Vergangenheit des Hauses scheint also keine abschreckende Wirkung auszuüben. Der Kellerbereich, wo Elisabeth gefangen gehalten wurde, ist ja mit Beton verfüllt worden. Er lag auch nicht unter dem Haus, sondern im Garten, dort wo jetzt eine Wiesenfläche und ein Parkplatz für die Mieter angelegt werden.

Einen Teil der Wohnungen hat Houska selbst komplett möbliert. Die Miete beträgt zwischen 395 und 800 Euro inklusive Betriebskosten.

Trotz aller Skepsis, die ihm anfänglich entgegenschlug, ist der Gastronom froh, dass er das Gebäude erworben hat. „Es noch Jahre leer stehen zu lassen hätte niemandem etwas gebracht. Jetzt ist es wieder ein Haus wie jedes andere.“