Gasthof Mathy macht nicht mehr auf ...

Amstettner Traditionsgasthaus schränkt Betrieb drastisch ein. Nur noch am Dienstagabend wird für die Stammtische geöffnet.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 05:44
Lesezeit: 2 Min
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Die Corona-Pandemie und damit verbunden die schwierige Personalsuche haben Theresa und Martin Mathy (im Bild mit Tochter Johanna) dazu bewogen, den normalen Gastbetrieb einzustellen.
Foto: Knapp

Die Bezirkshauptstadt ist um ein Traditionsgasthaus ärmer. Der Gasthof „Zum goldenen Pflug“ in der Rathausstraße, der seit dem Jahr 1961 in Besitz der Familie Mathy ist, wird nach Ende des Lockdowns seine Pforten nicht mehr oder nur mehr sehr eingeschränkt öffnen. „Am Dienstag werden wir von 17 bis 23 Uhr aufsperren. Das machen wir einfach unseren Stammtischen zuliebe“, sagen Theresa und Martin Mathy. Natürlich werden an diesem Abend dann auch andere Gäste bewirtet.

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Grund für den Entschluss, den Betrieb drastisch einzuschränken, war die Corona-Krise und damit auch verbunden die Schwierigkeit Personal zu finden. „Wir haben über ein Jahr lang vergeblich einen Koch gesucht. Das hat uns in unserem Entschluss bestärkt“, erklärt das Wirteehepaar..

Sie verwandeln ihren Betrieb in ein „Hotel-Garni“ mit Bedarfsgastronomie. Der Begriff war in den 50er-Jahren geläufig und bezeichnet einen Beherbergungsbetrieb mit Frühstück und kleinen Speisen aber ohne Restaurant. „Bedarfsgastronomie bedeute, dass Gruppen weiterhin Speisen bestellen können – zum Beispiel Vereine oder wenn jemand im Privatbereich mit mehr Gästen einen Geburtstag feiert. Rechtzeitige Vorbestellung ist natürlich notwendig“, sagt Theresa Mathy.

Weiterhin vermietet werden die 12 Zimmer im Gasthof. „Wir waren ja auch im Lockdown mit Geschäftskunden ausgebucht. Jetzt im Winter lässt der Andrang natürlich nach, weil viele Baustellen stehen. Aber im Frühjahr sind wir sicher wieder voll belegt“, sagt die Wirtin. Im Sommer suchen vermehrt auch Radtouristen nach einer Unterkunft. „Da spüren wir den Ybbstalradweg. Seit der eröffnet wurde, haben die Reservierungen zugenommen. Oft sind es Last-Minute-Buchungen“, erklärt Mathy.

Im Frühjahr überlegt sie, auch ihr Weinstüberl an Donnerstagen ab 16 Uhr zu öffnen – für After-Businness-Gäste, die nach der Arbeit ein Gläschen trinken wollen. Da soll es ausgewählte Weine aus Österreich und auch kleine Schmankerl geben.

Die Mathys schließen auch nicht aus, dass ihr Lokal wieder öffnen könnte. „Wir wären bereit, die Gasträume zu verpachten, aber nur an jemanden, der hier einen gehobenen Restaurantbetrieb führen möchte. Denn da haben wir in Amstetten sicher noch Bedarf“, sagt Martin Mathy.

Weitere Infos: www.goldener-pflug.at