Gemeinderat beschließt Badsanierung. Stadt wird beim Land Maximalvariante einreichen. Ob sie umsetzbar ist, hängt von Fördergeldern ab.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 28. Mai 2019 (03:39)
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Der Kinderbereich im Hallenbad soll laut Konzept eines Grazer Architekturbüros deutlich ausgeweitet werden, von 76 auf 435 Quadratmeter.
Kovacs

Der Gemeinderat hat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Hallenbades gefasst. Damit hat er die Voraussetzung dafür geschaffen, mit dem Land konkret über Subventionen zu verhandeln.

Als Projekt einreichen wird die Stadt die planerische Maximalvariante. Baustadtrat Dieter Funke (VP) gab im Gemeinderat einen Überblick über die Mängel im Bad. Die Liste ist lang. Korrosion und dadurch angegriffene Baustatik, zu hohe Raumwärme durch die großflächig südseitige Fensterfront, ungünstig situierte Gastronomie im ersten Stock, dezentraler Kassenbereich, keine geeigneten Sozialräume und vor allem zu wenige Schwimmbahnen für Badegäste, Schulen und Wettkampfschwimmer.

Im Auftrag der Stadt hat ein Grazer Architekturbüro ein Vorentwurfskonzept entwickelt. Dieses liegt seit 2018 auf dem Tisch. Bestehen bleiben können bei einer Sanierung die Beckenlandschaft und auch die Haustechnik. Der Architekt rät aber dazu, die gesamte Gebäudehülle inklusive Garderobenbereich, Eingangsbereich und Saunabereich abzubrechen. Laut Konzept sollen im Untergeschoß künftig die zentrale Garderobe, Sanitärräume, Gruppenräume für Schulen, Technikräume und anderes mehr angesiedelt werden. Die beiden bestehenden Becken in der Schwimmhalle sollen erhalten bleiben, aber eine neue Oberfläche bekommen. Der Kinderbereich soll ausgeweitet werden von 76 auf 435 Quadratmeter. Für die Schwimmer soll ein zusätzliches 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen entstehen. Das Obergeschoß ist im Konzept vor allem einem großen Wellnessbereich mit rund 900 Quadratmetern Fläche vorbehalten – mit Sauna, Dampfbädern, Tauchbecken, Ruheräumen etc.

Geschätzte Kosten von 20,83 Millionen Euro

Das Konzept sieht auch einen Haupteingang mit Zentralkassa und Zugang zur Zentralgarderobe und zum Gastronomiebereich vor. Kosten für diese Maximalvariante: rund 20,83 Millionen Euro. Ob man sich all das tatsächlich leisten kann und auch will, muss die Politik im Herbst entscheiden, wie auch Funke nochmals betonte: „Der Grundsatzbeschluss legt uns da nicht fest. Der tatsächliche Projektumfang und der darauf basierende Bauzeitplan werden erst nach Kenntnis der tatsächlichen Förderhöhe durch Bund und Land vom Gemeinderat festzusetzen sein.“

Finanzstadtrat Michael Wiesner (SP) erklärte auf Anfrage von FP-Gemeinderätin Martha Harreiter, welche Summe die Stadt selbst stemmen könnte: „Wenn wir von den 20,87 Millionen zwischen 14 und 15,5 Millionen finanzieren müssen, dann werden wir uns drübertrauen.“ Wiesner pocht aber auf die überregionale Bedeutung des Hallenbades und hofft, dass auch der Schul- und Kindergartenfonds etwas dazu beitragen wird, dass Kinder und Jugendliche weiterhin im Unterricht das Schwimmen lernen können. Es nutzen auch Schulen von auswärts das Hallenbad, so viele, dass einigen aus Kapazitätsgründen schon abgesagt werden musste. Der Finanzstadtrat hofft daher, dass Bürgermeister der Umlandgemeinden dem Land gegenüber ihr Interesse an einem Hallenbad im Bezirk bekunden und sich vielleicht finanziell an Kosten beteiligen.

Stadtchefin Ursula Puchebner will diesbezüglich demnächst mit anderen Kommunen Gespräche aufnehmen. „Es gibt in Niederösterreich schon Modelle, wo sich Gemeinden zusammengeschlossen haben und sich zum Beispiel die Betriebskosten teilen“, erklärt die Bürgermeisterin. Der Grundsatzbeschluss wurde einstimmig gefasst.