Glasfaserausbau startet noch im Oktober. Gemeinden, nöGIG und Investor sind sich einig. Bauarbeiten auch schon vergeben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Oktober 2020 (16:20)
Die ÖVP hält die Verlegung von Glasfaserkabeln für den ländlichen Raum für überlebensnotwendig.
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Eigentlich hätte der Glasfaserausbau in den Gemeinden Aschbach, Oed-Öhling, Allhartsberg, Kematen und Sonntagberg schon beginnen sollen. Bereits im Frühjahr haben die Kommunen ja bei den Bürgern in den vorgesehenen Ausbaugebieten um Bestellungen geworben und die 40-prozentige Anschlussquote meist sogar überboten. „In Öhling haben sich inzwischen fast 60 Prozent aller in Frage kommenden Haushalte zum Anschluss bereit erklärt“, sagt Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer.

Die Coronakrise verzögerte auch dieses Projekt, aber immerhin konnte die Ausschreibung der Verlegearbeiten in der Lockdown-Phase erfolgen. Inzwischen steht fest, welche Firmen in welchen Gemeinden den Zuschlag bekommen haben. „Regionale sind leider nicht dabei, sondern nur die großen Bauunternehmen“, bedauert Hinterholzer.

Seit August haben die fünf Gemeinden mit der NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) und dem Investor (deutsche Allianzversicherung) langwierige Vertragsverhandlungen geführt. Da ging es unter anderem um die Bedingungen der Übernahme des Leerrohrnetzes. Die nöGIG kauft dieses ja den Gemeinden ab. In Öhling geht es da um rund 150.000 Euro. Vertraglich geklärt werden mussten aber auch Datenschutz- und Haftungsfragen. „Die Modalitäten sind sehr komplex. Aber jetzt können wir mit gutem Gewissen unterschreiben. Wir haben uns gemeinsam einen Rechtsanwalt genommen. Unser Vertrag könnte zum Mustervertrag für alle anderen Gemeinden in NÖ werden“, sagt Hinterholzer.

Arbeiten sollen im Oktober starten

Die Ausbauarbeiten dürften noch im Oktober starten. In einem ersten Schritt werden sogenannte Ortszentralen POP (Point of presence) errichtet. In Öhling wird sie oberhalb des Feuerwehrhauses stationiert, in Oed mitten im Markt am Standort des alten Feuerwehrhauses. „Der Großteil der Tiefbauarbeiten sollte im kommenden Jahr erledigt werden. Es wird ab dem Frühjahr Schlag auf Schlag gehen. Sobald ein Bauabschnitt fertiggestellt wird, erhalten alle Haushalte und Betriebe dort ihr Starterset und alle Informationen zur Hausinstallation. Ich rate, sich schon jetzt über die Produkte der Dienstanbieter zu informieren und rechtzeitig ein Produkt zu bestellen“, erklärt die Bürgermeisterin. Wer sich noch kurzfristig für einen Anschluss ans Glasfasernetz entscheidet, bekommt während der Bauphase noch den Aktionspreis von 600 Euro. Danach zahlt man 1.000 Euro.

In Aschbach haben fast 50 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet einen Anschluss bestellt. „Abklären müssen wir noch, ob alle Wohnbauträger mitmachen, sinnvoll wäre das natürlich“, sagt Bürgermeister Martin Schlöglhofer. Auch in Aschbach wird die nöGIG das Leerrohrnetz übernehmen. Kosten: rund 250.000 Euro. Der POP-Server wird unterhalb der Schule in der Austraße errichtet.