Gutscheinkarte statt CityTaler. Amstetten will noch mehr Kaufkraft in der Innenstadt binden. Rund 40 Betriebe sind schon mit dabei.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. November 2019 (03:02)
Georg Trimmel von der Amstettner Marketing GmbH, Bürgermeisterin Ursula Puchebner (Mitte) und Eva Maria Schmidradler bei der Präsentation der Amstettner Marketingkarte.
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Seit Samstag gibt es im Kultur- und Tourismusbüro und bei der Firma Red Zac Landsteiner in der Wiener Straße die Amstettner Gutscheinkarte zu haben. Sie ersetzt den aus der Mode gekommenen CityTaler. Gestaltet ist die Karte im neuen modernen Amstetten-Design, dazu gibt es Verpackungen zu verschiedenen Anlässen. Denn natürlich ist die Karte vor allem als Geschenk gedacht. Tatsächlich haben auch schon acht Firmen Gutscheinkarten als Weihnachtspräsente für ihre Mitarbeiter geordert. „Erklärtes Ziel der Aktion ist es, Kaufkraft in der Amstettner Zentrumszone zu binden“, sagt Georg Trimmel, Geschäftsführer der Amstettner Marketing GmbH. Langfristig soll die Gutscheinkarte einen Umsatz von 600.000 bis 700.000 Euro bringen.

Bislang haben sich etwa 40 Geschäfte in der City bereit erklärt, die Karte in ihrem Betrieb als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Sie entrichten eine Gebühr von jährlich 240 Euro und sind als Gegenleistung in alle Werbeaktionen der Stadt für die neue Gutscheinkarte eingebunden.

Kosten von 150.000 Euro

Amstetten hat sich die Entwicklung der Gutscheinkarte, samt Werbekampagnen zur Einführung – unter anderem wird es in den Kinos in Amstetten, Waidhofen und Wieselburg kurze Spots geben –, rund 150.000 Euro kosten lassen. 30 Prozent dieser Summe sollen über eine Förderung der Wirtschaftskammer und des Landes aber wieder hereinkommen. „In Amstetten ist deutlich eine Aufbruchstimmung spürbar. Die Gutscheinkarte ist da ein neuer wichtiger Mosaikstein. Wir werden sie auch noch weiterentwickeln und gezielt Leistungen der Stadt einbringen. Langfristig soll sie so zu einer richtigen Amstetten-Karte werden“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner. Zahlen können die Nutzer mit der Gutscheinkarte in den Geschäften wie mit einer Bankomatkarte.

Für Eva Maria Schmidradler von Optik Schmidradler war es keine Frage, sich an der Aktion zu beteiligen. Sie war eine der ersten, die zugesagt hat: „Wenn die Stadt eine Gutscheinkarte anbietet, ist es selbstverständlich, den Kunden die Möglichkeit zu bieten, damit zu bezahlen. Da muss man am Puls der Zeit sein.“ Der Kostenbeitrag von 240 Euro jährlich scheint ihr ob der Werbemaßnahmen der Stadt auch nicht zu hoch.

Natürlich werden die Konsumenten auch weiterhin den CityTaler einlösen können. Ausgegeben wird er aber ab Jahreswechsel nicht mehr. „Da er eine Währung ist, sind wir 30 Jahre lang verpflichtet, ihn zurückzunehmen. Die nächsten zwei Jahre wird das noch in den Geschäften möglich sein, dann vermutlich nur noch zu gewissen Tagen in Banken“, sagt Trimmel. Auch leere Gutscheinkarten nehmen die Geschäfte zurück.