„Hallenbad in Stein gemeißelt“. Auch Heidebad in Hausmening für Stadtregierung außer Frage. Amstettner Freibad offenbar nicht.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:59)
Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder: „20-Millionen-Sanierung ist nicht leistbar.“
Grüne

Hartnäckig schwirren seit einiger Zeit Gerüchte über eine mögliche dauerhafte Schließung eines der Amstettner Bäder durch die Stadt.

Auch SP-Nationalrat a.D. Günter Kiermaier sind sie schon zu Ohren gekommen und er bricht daher vorbeugend eine Lanze für das Amstettner Naturbad: „Ich gehe selbst etwa 100 Mal im Jahr ins Bad, drei Mal wöchentlich im Sommer und im Winter. Ich mache mir Sorgen, dass das bald vielleicht nicht mehr möglich sein wird, darum will ich mich rechtzeitig zu Wort melden, bevor etwas beschlossen ist. Wenn die Stadt Ybbs mit 5.000 Einwohnern ein Hallenbad betreiben kann, dann muss das auch für die Bezirkshauptstadt Amstetten mit 24.000 Einwohnern möglich sein“, sagt der Ex-Politiker.

Für Bürgermeister Christian Haberhauer sind die kursierenden Gerüchte auf die derzeitige coronabedingte Schließung des Hallenbades zurückzuführen. „Wann wir wieder öffnen können, richtet sich nach den Verordnungen der Bundesregierung. Vor Weihnachten erscheint das nicht realistisch, denn wir brauchen ja auch eine gewisse Vorlaufzeit, um die Becken wieder zu füllen. Außerdem muss es auch budgetär Sinn machen“, erklärt der Ortschef.

Wenn man aufsperre, brauche man die Sicherheit, dass über einen längeren Zeitraum ein Badebetrieb möglich ist. „Denn ständig auf und zu machen hat keinen Sinn, sondern verursacht nur Kosten. Da geht es um zehntausende Euro.“

„Die grundsätzliche Diskussion, ob man sich in Amstetten zwei Freibäder und auch zwei Saunen leisten soll und kann, muss man führen dürfen.“ Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder

Sorgen um den Weiterbestand des Hallenbades in der Bezirkshauptstadt muss sich auch unter einer schwarzgrünen Stadtregierung niemand machen. „Es wird auch in Zukunft in Amstetten ein Hallenbad geben. Das ist für mich in Stein gemeißelt!“, versichert der Bürgermeister. Haberhauer ist es wichtig, dass auch weiterhin Kinder aus Amstetten und der Umgebung die Möglichkeit haben, das Schwimmen zu erlernen und dass Vereine ihren Sport ausüben können.

Stadtchef Christian Haberhauer: „Hallenbad ist in Stein gemeißelt.“
ÖVP

Erst an dritter Stelle rangiert für ihn der Freizeit-Badebetrieb. Außer Frage steht, so der Stadtchef, auch das Heidebad in Ulmerfeld, das in gutem Zustand ist. „Solch ein Freizeitzentrum ist wichtig, weil die Leute im Sommer diese Oasen suchen.“ In Sachen Freibad Amstetten bleibt Haberhauer in seiner Formulierung vage. „Es wird in Zukunft ein Hallenbad und ein Freibad in Amstetten geben“, erklärt er.

Allerdings gibt es derzeit ja zwei Freibäder. Haberhauers grüner Koalitionspartner, Vizebürgermeister Dominik Hörlezeder, ist da direkter. „Die grundsätzliche Diskussion, ob man sich in Amstetten zwei Freibäder und auch zwei Saunen leisten soll und kann, muss man führen dürfen. Das habe ich schon vor Corona gesagt, aber die Krise hat diese Notwendigkeit noch verstärkt. Das sehen wir ja bei der heurigen Budgeterstellung. Auch das Land hat uns angeraten, dass wir strukturell sparen sollen.“ In dem Ausmaß Geld auszugeben, wie in der Vergangenheit, werde nicht mehr möglich sein.

Heidebad steht nicht zur Debatte

Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder: „20-Millionen-Sanierung ist nicht leistbar.“
Grüne

Auch für Hörlezeder steht das Heidebad in Hausmening nicht zur Debatte. „Denn es ist in gutem Zustand und wird von der Bevölkerung gut angenommen.“ Das Hallenbad will der Grünpolitiker ebenfalls erhalten. „Das werden wir in der Bezirkshauptstadt haben müssen, in welcher Form auch immer. Da geht es auch darum, dass die Schulen es nützen können.“ Klar ist auch für Hörlezeder, dass beim Hallenbad Handlungsbedarf besteht.

„Denn vor allem die Gebäudehülle ist desolat. Die Sanierungspläne, die in der Vergangenheit dafür entworfen wurden, mit Kosten von bis zu 20 Millionen Euro, müssen wir aber kübeln. Das werden wir uns sicher nicht leisten können“, sagt der Grün-Politiker.