Höllgraben wird gesichert

Die geologische Problemzone der Stadt Amstetten soll in den nächsten Jahren zur Ruhe gebracht werden.

Erstellt am 09. Oktober 2020 | 06:24
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Bürgermeister Christian Haberhauer (links) und Baustadtrat Bernhard Wagner beim Dominikbrunnen am Jakobsbrunnenweg, der Risse aufweist. Noch heuer soll hier die Hangsicherung starten. Sie ist Teil des Großkonzepts für die Sanierung des Höllgrabens.
Foto: Knapp

Der Höllgraben ist eine große geologische Problemzone in der Stadt. Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu kleineren oder auch größeren Rutschungen. Im Bereich Silberweissiedlung und Rudolf-Alt-Straße hat die Gemeinde daher auch schon vor geraumer Zeit eine Bausperre verfügt. Zudem wurde in Zusammenarbeit mit der Wildbachverbauung ein umfassendes Sanierungskonzept ausgearbeitet. „Denn wenn wir nichts tun, dann könnte es in einigen Jahren tatsächlich zu einer größeren Rutschung kommen und das wollen wir natürlich vermeiden“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer (VP).

Das sieht auch Baustadtrat Bernhard Wagner so. „Die Wildbachverbauung hat ja bereits immer wieder kleinere Sicherungsmaßnahmen gesetzt. Jetzt geht es aber darum, den Hang dauerhaft zu stabilisieren“, sagt der SPÖ-Politiker.

Die Holzsperren, die die Wildbachverbauung eingebaut hat, werden von Wasser und Erde natürlich stark angegriffen und haben ihr Ablaufdatum fast schon erreicht. Das Projekt Höllgraben soll daher 2021 starten und wird sich über etliche Jahre hinziehen. Rund vier Millionen Euro werden dafür veranschlagt, wobei sich Stadt, Land und Bund die Kosten aufteilen.

Weil der Druck des Hanges so groß ist, ist eine sogenannte Grabensohlenanhebung geplant. Wie im Gebirge will man am Fuße des Hangs Querbauwerke aus Beton errichtet, die dem Geschiebe standhalten und die Sohle stabilisieren. Aber auch direkt im Hang sollen Ankerbauwerke angebracht werden. Aufgrund des Aufbaus des Höllgrabens, der sich aus mehreren geologischen Schichten zusammensetzt, ist das ein durchaus kniffliges Unterfangen.

Jakobsbrunnenweg: Hang wird saniert

Vorgezogen wird noch heuer ein Teilprojekt, das im Gesamtsanierungskonzept enthalten ist. Der Hang über dem Jakobsbrunnenweg ist ja auch ständig in Bewegung. „Das zeigt sich daran, dass Risse bei den Brunnen am Weg auftreten. Beim Dominikbrunnen dürfte sich zudem im Hang ein Zuflussrohr verschoben haben“, sagt Wagner.

In diesem Bereich wird daher demnächst mit einer Hangsicherung samt Quellfassung begonnen. Und auch eine Rutschung beim Reitbauernsteg soll im Zuge dieser Arbeiten gleich saniert werden. Rund 500.000 Euro sind dafür veranschlagt, die Gemeinde wird für rund 25 Prozent dieser Summe aufkommen müssen.