Hospizförderverein zu Palliativbetten: „Leere Versprechungen“

Erstellt am 30. März 2022 | 03:09
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Foto: Bilderbox.com
Hospizförderverein fordert in offenem Brief Palliativbetten in Amstetten und prangert „Aushungerung der Spitäler“ an.
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Der Hospizförderverein kämpft schon seit 20 Jahren um eine Palliativstation im Landesklinikum. Umso betroffener ist man nun „von Jubelberichten in Hochglanzzeitungen, in denen auch behauptet wird, dass Niederösterreich diesbezüglich als einziges Bundesland die Kriterien des Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) erfülle. Das tut es sicher nicht“, sagt Vereinsvorsitzende Ester Steininger. Zwar sei die Hospiz- und Palliativversorgung in NÖ in den letzten 20 Jahren gut ausgebaut worden, aber gerade Patienten aus dem Einzugsgebiet Amstetten, die eine stationäre Aufnahme bräuchten, müssten nach Scheibbs oder Oberösterreich ausweichen. Das bedeute lange Anfahrtszeiten für sie und ihre Angehörigen. Der regionale Strukturplan Gesundheit sehe zwar die Schaffung von Palliativbetten in Amstetten bis 2023 vor, es seien aber noch keine Vorkehrungen dafür getroffen worden. „Wir werden immer wieder mit leeren Versprechungen vertröstet. Natürlich verstehen wir, dass die Pandemie jetzt alle Kräfte überfordert. Hier rächt sich, dass das Gesundheitssystem und speziell die Krankenhäuser in NÖ die letzten 20 Jahre systematisch ausgehungert wurden. Es kann aber nicht sein, dass gerade die Patientengruppe, die die schlechteste Lobby hat, nämlich die unheilbar Kranken, darunter am meisten leiden“, heißt es in einem offenen Brief des Hospizfördervereins an die Landesgesundheitsagentur (LGA) und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Vonseiten der LGA betont man in einer Stellungnahme, dass der Hospiz- und Palliativversorgung seit vielen Jahren besondere Bedeutung zukomme. „Grundsätzlich erfüllt Niederösterreich alle in enger Abstimmung mit den ÖBIG-Vorgaben geplanten Kriterien. Im Zuge der RSG-Umsetzung für das Mostviertel sind derzeit acht Palliativbetten in Scheibbs realisiert. Für die weiteren Plätze wurde der Standort Amstetten ins Auge gefasst und werden aktuell im Zuge der Optimierung der Versorgungsstrukturen im Mostviertel die entsprechenden Ressourcen geprüft beziehungsweise sichergestellt“, heißt es da.

Zeitlich legt sich die LGA in ihrem Schreiben nicht fest und betont stattdessen, „dass es in erster Linie dem unglaublichen Einsatz der damit befassten Kolleginnen und Kollegen zu verdanken ist, dass der Ausbau trotz Pandemie überhaupt vorangetrieben werden kann und das unterstreicht den Wert der Hospiz- und Palliativbetreuung in Niederösterreich.“

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