„Ich hatte so eine Angst“. 21-jähriger Asylwerber fiel über eine Frau her. Das Opfer leidet seitdem an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Für den Täter setzte es vor Gericht drei Jahre Gefängnis.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 04. Dezember 2018 (05:13)
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Prozess Gericht Symbolbild
Der Angeklagte wurde zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
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„Er ist mir entgegengekommen und hat mir zugezwinkert, ich habe mir nichts dabei gedacht. Dann hat er mich von hinten gepackt. Ich hatte so eine Angst und hab’ mich so gewehrt und jetzt trau’ ich mich nicht mehr raus“, sagt eine 22-Jährige unter Tränen vor Gericht. Heuer im Juni versuchte ein Asylwerber (21) aus Afghanistan sie in der Fußgängerunterführung beim Bahnhof in Amstetten zu vergewaltigen. Vor einem Schöffensenat am Landesgericht muss sich der Bursche nun verantworten.

„Um neun Uhr in der Früh ist die Frau dem Angeklagten entgegengekommen, er hat spontan den Entschluss gefasst, sich an ihr zu vergehen. Er hat sie von hinten geschnappt, ihr den Mund zugehalten, sie begrapscht und versucht zu vergewaltigen. Das Opfer hat sich heftig gewehrt, um Hilfe geschrien. Er ist geflüchtet“, sagt der Staatsanwalt im Prozess.

Die Frau erstattete sofort Anzeige und weil die Unterführung videoüberwacht war, wurde der 21-Jährige alsbald geschnappt. Anhand von Fahndungsfotos erkannte ihn ein Anrainer, und eine Stunde nach der Tat klickten für den Burschen bei einer Bushaltestelle die Handschellen.

„Ich hatte damals keine Macht über mich“

Vor Richtern gesteht der Asylwerber. Doch will er nicht Herr seiner Sinne gewesen sein: „Ich habe damals Kautabak zu mir genommen und hatte deswegen keine Macht über mich. Ich wusste nicht, was ich tu.“ Ob sein Bewusstsein durch Nikotin getrübt war? Das schließt ein medizinischer Gutachter aus und ein Drogentest war negativ.

Das Opfer leide an posttraumatischer Belastungsstörung, sagt ein Psychiater. „Angst, Schlafstörungen, heftige Träume, Erinnerungsbilder drängen sich auf“, sagt dieser Gutachter. Der Schöffensenat verhängt über den Angeklagten drei Jahre Gefängnis. Rechtskräftig!