„In der Kultur ist es kalt geworden“. Verein „Young mozART & Culture“ hofft auf baldige Öffnung. Als Indoor-Alternative gibt es Pläne für Open-Air-Vorstellungen.

Von Peter Führer. Erstellt am 24. März 2021 (04:24)
Kati Pregartner, Jonas Scheiner, Cordula Nossek, Leroy Werner und Wilhelm Autischer besprachen die Zukunft des Vereins „Young mozArt & Culture“. Die aktuelle Lage sorge in der Kulturszene für viel Unsicherheit und Frust.
Führer, Führer

Was sagen Angela Merkel und Wolfgang Amadeus Mozart zum Kultur-Lockdown? Diese Frage stellte sich der Verein „Young mozArt & Culture“. In der Vorwoche stand eine Besprechung über künftige Aktivitäten des Kulturveranstalters auf dem Programm. Und mit einer Darstellung verwies man auf die aktuell schwierige und unsichere Lage. „Es ist kalt geworden. Keine Stimmung kann aufkommen, wenn man Kunst und Kultur zu Grabe trägt. Dabei hatten Kunst und Kultur zumindest beim Kaiser immer ihren Platz“, betonte etwa „Mozart“ alias Wilhelm Autischer, seines Zeichens kaufmännischer Leiter des Vereins.

Mit einem vorgetragenen Text drückte Programmleiter Jonas Scheiner aus, wie das ewige Warten auf das Gemüt schlägt. Auch hier: „Das Wartezimmer ist kalt“.

Neben einer wirtschaftlichen Perspektive brauche es eine Kunstperspektive, sind sich die Vereinsvertreter sicher. Denn abseits der finanziellen Situation sorgt die Ankündigungspolitik für Frust. „Wir können nicht von Ankündigungen leben. Wir müssen auch investieren und die Kosten abdecken. Das Finanzielle ist aber nur das Eine. Wenn man immer wieder hört, ihr seid wichtig, dann aber wieder vertröstet wird, dann kommt es zu Frust. Und zu glauben, dass es dann, wenn es heißt, wir dürfen aufsperren, in kürzester Zeit gelingt, ein qualitatives Programm zusammenzustellen, ist ein Irrglaube“, führt Autischer aus.

Er befürchtet auch, dass man bei einer Öffnung nicht gleich wieder mit zahlreichem Publikum rechnen kann. Immerhin seien Menschen ein Jahr lang mit der Pandemie konfrontiert. Es gäbe viele Ängste. „Kunst und Kultur wären ein wichtiger medikamentöser Faktor, gerade in dieser schwierigen Zeit“, ist Autischer überzeugt.

Ein weiteres Problem für den Verein „Young mozArt & Culture“: der Zeitpunkt der Gründung. So fällt man fast durch den Raster, da Vergleichswerte fehlen. Denn erst seit 2020 werden Veranstaltungen organisiert.

Nichtsdestotrotz hat das Team auch heuer ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. „Das ist ein Zeichen, dass es uns noch gibt. Wir versuchen, Ruhe zu bewahren, aber es ist ein totales Chaos. Es gibt auch viele Künstler, die aufgrund der Unsicherheit überhaupt keine Termine mehr annehmen“, erläutert Cordula Nossek, künstlerische Leitung für den Bereich Kinder- und Jugendtheater.

Open-Air als eine neue Möglichkeit

Der Verein rechnet damit, dass es noch länger dauert, bis Indoor-Veranstaltungen möglich sein werden. Daher fasst man auch Open-Air-Veranstaltungen ins Auge. „Wir kramen im kreativen Wühlkasten, wie wir in der Einfahrt hinter dem mozArt Open-Air-Veranstaltungen machen können. Das wird voraussichtlich früher als indoor möglich sein. Wie das aussehen kann, werden wir uns aber noch ansehen“, erklärt Programmleiter Scheiner. Auch das Kinder- und Jugendtheaterfestival („floor founder festival“, 21. bis 27. Juni) als Teil des NÖ Viertelsfestivals soll jedenfalls über die Bühne gehen.

Weitere Infos zum Programm des Vereins und die neuesten Entwicklungen zu den Veranstaltungen unter dasmozart.at.